86-Jährige wegen Mordversuchs an Tochter vor Gericht

Pia ProdingerPia Prodinger
Polizistin mit Blaulicht auf Einsatzfahrzeug in Österreich
©APA/EVA MANHART (Symbolbild)

Eine 86-jährige Frau muss sich vor einem Geschworenengericht verantworten. Sie soll ihrer pflegebedürftigen Tochter (61) am 25. Oktober eine potenziell tödliche Dosis eines Schlafmittels verabreicht haben, so der ORF.

Die Angeklagte hatte ihre Tochter über Jahrzehnte hinweg gepflegt. Als sie die Pflege nicht mehr bewältigen konnte, stand eine Übersiedlung der 61-Jährigen in ein Pflegeheim bevor.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Mutter dies verhindern wollte. Sie soll ihrer Tochter deshalb eine lebensgefährliche Menge eines verschreibungspflichtigen Schlafmittels gegeben haben. Anschließend habe sie selbst Tabletten eingenommen.

Der Ehemann der 86-Jährigen und Vater der Betroffenen alarmierte das Rote Kreuz. Beide Frauen konnten gerettet werden und überlebten den Vorfall.

Tötungsvorsatz im Zentrum des Verfahrens

Im Prozess wird unter anderem zu klären sein, ob die Angeklagte mit Tötungsvorsatz handelte. Auch die Einschätzung psychiatrischer Gutachter soll eine zentrale Rolle spielen.

Ähnlicher Fall im März verhandelt

Beim Landesgericht wurde im März ein vergleichbarer Fall behandelt. Ein 86-jähriger Mann wurde damals wegen versuchten Mordes an seiner schwer dementen Ehefrau schuldig gesprochen. Er hatte ihr ebenfalls Schlaftabletten gegeben und danach selbst eingenommen.

Das Gericht verhängte unter Anwendung außerordentlicher Strafmilderung drei Jahre Haft auf Bewährung. Eigentlich sieht das Gesetz für Mordversuch mindestens zehn Jahre Freiheitsstrafe vor. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung legten Berufung ein. Diese Woche entscheidet ein Berufungssenat über das Urteil.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3365292/

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