88 Tiroler Gemeinden schützen Amazonas-Regenwald

Mona HopfingerMona Hopfinger
Frauen des indigenen Volkes Baniwa und Koripaco versammeln sich in einem Gemeinschaftszentrum in Brasilien.
© Klimabündnis Österreich

In Tirol engagieren sich 88 Gemeinden gemeinsam mit dem Klimabündnis für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes. Anlässlich des Internationalen Tags der Indigenen Völker am 9. August steht eine Partnerschaft im Fokus, die seit über 30 Jahren beweist: Lokale Initiativen können weltweite Auswirkungen haben.

Rund um den Internationalen Tag der Indigenen Völker am 9. August rückt eine besondere Kooperation in den Mittelpunkt: 88 Tiroler Gemeinden setzen sich zusammen mit dem Klimabündnis für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes ein. Die Partnerschaft zeigt seit mehr als drei Jahrzehnten, dass lokales Engagement globale Wirkung entfalten kann.

UNO würdigt indigene Hebammen

Der diesjährige Schwerpunkt zum Tag der Indigenen der Vereinten Nationen trägt das Motto „Eine Hommage an die indigenen Hebammen: Schutz des Lebens und des Wohlbefindens“. Die UNO würdigt damit die bedeutende Rolle indigener Hebammen, die medizinisches Wissen mit kulturellen Traditionen verknüpfen und wesentlich zur Gesundheitsversorgung ihrer Gemeinschaften beitragen.

Die Kooperation des Klimabündnis mit den indigenen Organisationen am Rio Negro im brasilianischen Amazonas zeigt, wie wertvoll dieses über Generationen weitergegebene Wissen ist. Seit mehr als drei Jahrzehnten unterstützen die Klimabündnis-Gemeinden – 88 davon in Tirol – gemeinsam mit dem Dachverband der indigenen Organisationen FOIRN Projekte zum Schutz des Regenwaldes und der Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort.

„Mittlerweile sind wir in Tirol stark gefordert, lokalen Herausforderungen wie Hitze, Dürre und Überschwemmungen zu begegnen bzw. vorzubeugen. Hierbei unterstützen wir auch Tiroler Gemeinden mit unserer Expertise. Die Partnerschaft der Klimabündnis-Gemeinden mit den Völkern im Amazonas zeigt auf, wie wichtig im Klimaschutz der Blick über den Tellerrand ist – ganz nach dem Motto global denken – lokal handeln“, betont Andrä Stigger, Geschäftsführer des Klimabündnis Tirol.

Traditionelles Wissen in abgelegenen Regionen

23 indigene Völker in über 750 Dörfern prägen das Leben am Rio Negro – viele davon nur per Boot erreichbar. Die abgelegene Lage erschwert die medizinische Versorgung erheblich, weshalb indigene Hebammen und Heiler:innen eine Schlüsselrolle übernehmen.

Mit ihrem Wissen über Heilpflanzen und ihrer Rolle bei Schwangerschaften und Geburten schließen indigene Hebammen und Heiler:innen eine wichtige Lücke in der Gesundheitsversorgung. In Zusammenarbeit mit mobilen Diensten und staatlichen Einrichtungen entstehen Konzepte, die traditionelles und modernes medizinisches Wissen verbinden.
Die Klimakrise verleiht diesem Erbe zusätzliche Bedeutung – und bedroht es zugleich: Dürren, Überschwemmungen und illegaler Goldabbau gefährden nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch die Grundlagen der traditionellen Medizin.

135.000 Quadratkilometer Lebensraum gesichert

Das Klimabündnis und indigene Organisationen am Rio Negro arbeiten bereits seit 1993 zusammen – und das nicht nur zum Schutz des Regenwaldes. Gemeinsam haben sie erreicht, dass 135.000 Quadratkilometer indigenes Land rechtlich geschützt sind. Das entspricht der Fläche von Österreich und Slowenien zusammen.

Der Amazonas ist für das Weltklima enorm wichtig. Er speichert rund 20 Prozent des gesamten Kohlenstoffs auf der Erde und hilft so, den CO2-Gehalt in der Luft zu regulieren.
Die Partnerschaft fördert außerdem Bildung, nachhaltige Einkommensmöglichkeiten, klimafreundliche Energie sowie bessere Kommunikation und Gesundheitsversorgung in abgelegenen Dörfern.
In Tirol unterstützen 88 Klimabündnis-Gemeinden diese Arbeit mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag und setzen damit ein Zeichen für globale Gerechtigkeit. Das Klimabündnis Tirol hilft seinen Mitgliedern zudem bei der Klimaschutzarbeit vor Ort.

Für Schulen gibt es die besondere Möglichkeit, den Amazonas hautnah zu erleben: Mit der Ausstellung „Briefe von Adelina“ vermittelt das Klimabündnis Tirol Schülerinnen und Schülern, wie eng unser Lebensstil mit dem Leben der Menschen im Amazonas verbunden ist und warum globale Klimagerechtigkeit bereits im Klassenzimmer beginnt.

Quelle: https://oberoesterreich.klimabuendnis.at/88-tiroler-gemeinden-fuer-den-schutz-des-regenwaldes

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