90. Blutspende: Niederösterreicherin spendet seit 50 Jahren

Mathias FischerMathias Fischer
Blutspendedame des Roten Kreuzes hält Blutbeutel bei einer Spendenaktion in Österreich.
© vmh (Symbolbild)

Christine Noventa aus Königstetten hat kürzlich ihre 90. Blutspende absolviert. Die erste Spende liegt 50 Jahre zurück, damals ging sie 1976 gemeinsam mit ihrer Schwester zum ersten Mal Blut spenden, so der ORF.

Ihr Nachname bedeutet auf Spanisch „Neunzig“ – und genau so viele Blutspenden hat Christine Noventa mittlerweile hinter sich. Die Niederösterreicherin aus Königstetten im Bezirk Tulln erinnert sich noch genau an ihren ersten Gang zur Blutspende im Jahr 1976. Gemeinsam mit ihrer Schwester wagte sie damals den Schritt. „Wir haben das vorher noch nie gemacht und waren ganz tapfer. Danach waren wir beide sehr stolz“, erzählt Noventa.

Von Rotwein zu SMS-Benachrichtigung

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich bei Blutspendenaktionen einiges verändert. Früher habe es nach der Spende immer wieder Rotwein gegeben, das sei aber schon lange nicht mehr der Fall, so Noventa. Dafür gebe es eine neue Entwicklung, über die sie sich besonders freut: Seit einigen Jahren erhalten Spender eine SMS mit der Information, in welchem Spital ihr Blut verwendet wurde. Manchmal habe sie auch Anrufe bekommen, wenn ihre Blutgruppe dringend gebraucht wurde.

Nur zweimal durfte Noventa kein Blut spenden. Das sei enttäuschend gewesen. Aufregung verspüre sie schon lange keine mehr, doch ihre letzte Spende stimme sie nachdenklich: „Jetzt kommt die Wehmut.“

Blutspende bis zum 70. Lebensjahr möglich

Grundsätzlich kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 70 Jahren Blut spenden. Für die Registrierung ist ein Lichtbildausweis erforderlich. Bei Unsicherheiten, ob etwa eine Erkrankung gegen eine Spende spricht, kann man sich vorab beim Servicecenter des Roten Kreuzes informieren.

Wichtig sei, sich am Tag der Spende gut zu fühlen, erklärt Astrid Kristan vom Roten Kreuz, die regelmäßig Blutspendenaktionen begleitet. „Trinken, essen und sich in einem guten Zustand befinden. Das heißt: Ich fühl mich wohl. Ich habe keine Kopfschmerzen. Mir geht es gut“, so Kristan.

Nur 3,5 Prozent der Bevölkerung spendet

Nach der Blutspende soll man eine Kleinigkeit essen und ausreichend trinken. Pro Person werden etwa 465 Milliliter Blut abgenommen. Dennoch spenden nur rund 3,5 Prozent der österreichischen Bevölkerung Blut. „Die Blutkonserve hält nur 42 Tage. Dadurch brauchen wir konstante Spenden“, erklärt Kristan.

Christine Noventa hat über die Jahrzehnte eine fixe Routine entwickelt, die sie auch bei ihrer letzten Spende einhielt. Nach dem Blutabnehmen setze sie sich erst langsam auf, um zu schauen, ob alles in Ordnung sei. „Und dann stürme ich in die Küche und freue mich auf die Würstel mit Senf und Kren.“

Noventa hofft, andere mit ihrem Engagement zu inspirieren. „Es hat mich immer eine kleine Überwindung gekostet, aber ich habe es gern gemacht und ich war nachher mächtig stolz auf mich.“

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3372721/

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