990 Maturanten in Niederösterreich mit Auszeichnung geehrt

Im Festspielhaus St. Pölten wurden am Mittwoch jene 990 niederösterreichischen Schülerinnen und Schüler gefeiert, die ihre Matura mit Auszeichnung abgeschlossen haben. Das entspricht rund 13 Prozent aller Maturantinnen und Maturanten im Bundesland.
Von insgesamt 7.600 Maturantinnen und Maturanten in Niederösterreich haben im vergangenen Schuljahr 990 ihre Reifeprüfung mit Auszeichnung bestanden. Für diese Leistungsträger fand am Mittwoch eine Feierstunde im Festspielhaus St. Pölten statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Rudi Roubinek, musikalisch begleitet von Alexander Eder samt Band. Als Gäste sprachen Paralympic-Schwimmer und ORF-Moderator Andreas Onea sowie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Mikl-Leitner betonte in ihrer Ansprache, dass hinter den Leistungen der Jugendlichen viele Jahre intensiven Lernens stünden, aber auch eine Zeit mit Höhen und Tiefen sowie Niederlagen und Erfolgen. Die ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen hätten eine persönliche Erfolgsgeschichte geschrieben. „Ihr seid die Leistungsträger von heute“, gratulierte die Landeshauptfrau. Zugleich dankte sie den Eltern, Geschwistern, Lehrkräften, Freunden und Wegbegleitern, die die jungen Menschen unterstützt hätten.
Herausforderungen der Gegenwart
Die Maturantinnen und Maturanten würden nun ein neues Kapitel in einer äußerst herausfordernden Zeit beginnen, so Mikl-Leitner. Sie verwies auf die Kriege in der Ukraine und im Iran und sprach von einer „Zeit mit ganz vielen Herausforderungen“. Umso wichtiger sei es, sich mit zentralen Zukunftsfragen auseinanderzusetzen: Wie könne man den Wohlstand sichern, dem Klimawandel begegnen und KI für Land und Leute nutzen, ohne die Menschen aus dem Blick zu verlieren?
Große Herausforderungen habe es aber auch in früherer Zeit gegeben, erinnerte die Landeshauptfrau an Kriege sowie Finanz- und Wirtschaftskrisen. Die Generationen vor uns hätten dieses Land zu einem der stärksten, besten und reichsten Länder der Welt gemacht. Als Erfolgsfaktoren nannte sie die drei Tugenden Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand, die man auch am Weg in die Zukunft brauche.
Leistung bedeute, sich Ziele zu setzen, dranzubleiben und daran zu arbeiten. Eigenverantwortung heiße, nicht darauf zu warten, dass andere die Probleme lösen, sondern selbst aktiv zu werden. Und beim Hausverstand gelte: Nicht immer kompliziert denken, denn der Hausverstand schaffe oft die besten Lösungen.
Vision „Mission Nobelpreis“
Die Landeshauptfrau sprach auch die Vision „Mission Nobelpreis“ an und unterstrich die Bedeutung von Investitionen in Wissenschaft und Forschung. Diese schaffe Innovation – neue Technologien, Prozesse und Verfahren, neue Branchen und Arbeitsplätze sowie Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft. Was durch Wissenschaft und Forschung möglich werde, zeige etwa auch die KI-gestützte Prothese von Andreas Onea.
Mikl-Leitner riet den Maturantinnen und Maturanten, sich mit Kolleginnen und Kollegen zu umgeben, die Stärke und Kompetenz haben, die ergänzen und auch korrigieren. „Gemeinsam und Miteinander – das ist die Zukunft“, so die Landeshauptfrau. Sie erinnerte daran, dass Niederösterreich früher ein weißer Fleck auf der Landkarte gewesen sei, heute jedoch über viele Fachhochschulen und Universitäten verfüge. Zugleich appellierte sie an die jungen Menschen, auch einige Zeit im Ausland zu verbringen, um demütig zurückzukommen und zu erkennen, wie schön es sei, hier zu leben.
Andreas Onea: „Ich hab nicht aufgegeben“
Para-Schwimmer Andreas Onea erzählte eindrucksvoll seine Lebensgeschichte: Als Sechsjähriger verlor er bei einem schweren Autounfall seinen linken Arm, erhielt bereits als Kind erste Prothesen und meisterte seine sportliche Karriere jahrzehntelang einarmig. Er zeigte auf, wie er aus einer Behinderung etwas Großartiges machen konnte: „Es kommt meistens nur darauf an, wie man auf eine bestimmte Situation schaut.“
„Ich hab sehr früh gemerkt: Mir fehlt jetzt ein Arm, d.h. aber nicht, dass ich etwas nicht kann“, sprach Onea von einer ganz wichtigen Lektion für sein Leben. Indem er Lösungen suchte, sich Ziele setzte und nicht aufgab, entwickelte er sich vom Nichtschwimmer aus Zwettl im Waldviertel zum Paralympics-Medaillengewinner: „Weil ich es versucht habe, weil ich mir Ziele gesetzt habe, weil ich nicht aufgegeben habe.“ An die Jugendlichen richtete er den Appell, nicht aufzugeben, dranzubleiben und damit Veränderung zu bewirken: „Ihr seid die schlausten Köpfe, die wir in diesem wunderschönen Bundesland haben.“
Quelle: OTS
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