A8-Ausbau: Streit um Spurenzahl zwischen Chiemsee und Salzburg

Die geplante Erweiterung der Autobahn 8 zwischen Chiemsee und Salzburg sorgt für Diskussionen. Während die Autobahn GmbH des Bundes eine Reduzierung der ursprünglichen Pläne bestätigt, halten bayerische und deutsche Verkehrspolitiker am sechsspurigen Ausbau fest.
Der Ausbau der A8 zwischen dem Chiemsee und Salzburg ist zum Streitpunkt geworden. Laut einem Bericht des „Münchner Merkur“ plant die Autobahn GmbH des Bundes, von der bisherigen Planung abzuweichen. Statt eines sechsspurigen Ausbaus soll die Strecke künftig vier Fahrspuren plus einen befahrbaren Seitenstreifen erhalten. Die Autobahn GmbH bestätigte diese Überlegungen, während Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger vehement widersprechen.
Die betroffene Strecke verläuft von Grabenstätt südöstlich des Chiemsees bis nach Salzburg und verfügt derzeit über vier Spuren – zwei je Fahrtrichtung. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht eine Erweiterung auf sechs Spuren vor. Der Abschnitt bis Traunstein ist dabei in der höchsten Prioritätsstufe eingestuft, die Fortsetzung bis Salzburg in der zweithöchsten.
Brückensanierung als Argument für Planänderung
Ein Sprecher der Autobahn GmbH begründet die geplante Abweichung unter anderem mit dem dringenden Sanierungsbedarf der Brücken entlang der Strecke. Bei einem Ausbau auf vier Spuren plus Standstreifen könne die Trasse beibehalten werden, wodurch neue Brücken direkt an den richtigen Positionen errichtet werden könnten. Ein sechsspuriger Ausbau plus Standstreifen würde hingegen eine Verschiebung der Trasse erfordern und den Einsatz provisorischer Brückenlösungen notwendig machen.
Bayerischer Minister pocht auf ursprüngliche Planung
Aus dem bayerischen Verkehrsministerium kommt deutlicher Widerspruch. „Der sechsstreifige Ausbau der Autobahn A8 muss kommen und wird mit ganzer Kraft vorangetrieben“, erklärte Bernreiter. Der Bundesverkehrswegeplan sei Gesetz, die Staatsregierung mache deshalb maximalen Druck. „Jede Chance, schneller voranzukommen, muss konsequent genutzt werden“, so der Minister weiter. Er betonte zudem, dass ihm Bundesverkehrsminister Bilger Unterstützung zugesagt habe.
Bilger bekräftigte auf Nachfrage in Kiel: „Wir stehen zum sechsstreifigen Ausbau der A8 in diesem Bereich.“ Der Auftrag aus dem Bundesverkehrswegeplan sei umzusetzen. Es gebe keine Absage an den Ausbau, sondern es gehe um einzelne Schritte der Umsetzung.
Bernreiter setzt für die Realisierung des Projekts auch auf das neue Infrastrukturzukunftsgesetz. Dieses stelle Autobahnprojekte ins überragende öffentliche Interesse und eröffne damit ganz neue Möglichkeiten.
Quelle: dpa
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