Adipositas bei Kindern: Zahl der Diagnosen fast verdoppelt

Die Österreichische Gesundheitskasse meldet einen drastischen Anstieg bei Adipositasdiagnosen: Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen von 775 auf 1.415. Auch die ambulanten Behandlungen haben sich mehr als verdoppelt.
Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) verzeichnet einen deutlichen Anstieg bei dokumentierten Adipositasdiagnosen im Kindes- und Jugendalter. Waren es im Jahr 2024 noch 775 Fälle, wurden 2025 bereits 1.415 Kinder und Jugendliche mit dieser Diagnose erfasst. Die Daten beziehen sich auf ÖGK-Versicherte zwischen null und 17 Jahren.
Noch stärker fiel der Anstieg bei den ambulanten Behandlungen aus: Die Zahl kletterte von 503 im Jahr 2024 auf 1.047 im Jahr 2025. Regional wurden die meisten Diagnosen in der Steiermark dokumentiert, gefolgt von Salzburg.
Jedes dritte Kind in der Volksschule betroffen
Der aktuelle COSI-Bericht der WHO unterstreicht die Dringlichkeit des Problems. Rund jeder dritte Bub und jedes vierte Mädchen in der dritten Schulstufe ist von Übergewicht oder Adipositas betroffen. Als Einflussfaktoren nennt der Bericht unter anderem verkürzte Schlafdauer, erhöhten Medienkonsum und das Bildungsniveau der Eltern.
Positiv vermerkt der Bericht Entwicklungen beim Obst- und Gemüseangebot an Schulen sowie bei gesundheitsfördernden Projekten. Sowohl Schulen als auch das familiäre Umfeld werden als wichtige Ansatzpunkte für frühzeitige Prävention genannt.
Bildschirme verdrängen Bewegung im Alltag
„Gaming und Zeit vor dem Bildschirm gehören für viele Kinder und Jugendliche heute zum Alltag. Entscheidend ist jedoch nicht das einzelne Computerspiel. Für ein gesundes Aufwachsen sollten in der Freizeit Bewegung, Zeit für Freunde und für kreative Aktivitäten immer an erster Stelle stehen“, erklärt Gabriele Berger, Kinderärztin bei der ÖGK.
Für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren werden mindestens 60 Minuten Bewegung täglich mit mittlerer bis höherer Intensität empfohlen. Kindergartenkinder sollten insgesamt mindestens drei Stunden am Tag körperlich aktiv sein, davon mindestens eine Stunde mit mittlerer bis höherer Intensität.
Bewegung muss nicht zwingend im Sportverein stattfinden. Auch zu Fuß gehen, Radfahren, Tanzen oder Fangen spielen zählen als Bewegungseinheiten. Bewegung stärkt Muskeln und Knochen und fördert zudem Konzentration, Selbstbewusstsein und psychische Gesundheit.
Tipps für Familien
Die ÖGK empfiehlt, Alltagswege zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen, Treppen zu steigen und gemeinsam aktiv zu sein – ob am Spielplatz, beim Spaziergang oder beim Tanzen im Wohnzimmer. Bildschirmfreie Zeit sollte bewusst eingeplant werden. Eltern können als Vorbild wirken, indem sie das Handy weglegen und gemeinsam mit den Kindern an die frische Luft gehen.
Chronische Erkrankung mit Folgen
Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die bereits im Kindesalter gesundheitliche Folgen haben kann. Dazu zählen Bluthochdruck, Fettleber und Stoffwechselerkrankungen. Auch psychische Belastungen können eine Rolle spielen. Eltern, die sich Sorgen um das Gewicht ihres Kindes machen, sollten das Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt suchen.
Kostenlose Programme der ÖGK
Mit den kostenlosen Programmen easykids und easykids fix unterstützt die ÖGK Familien mit übergewichtigen Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren. Im Mittelpunkt stehen mehr Bewegung, ausgewogene Ernährung und ein gesundes Selbstbewusstsein. Auch die Eltern werden in die Programme eingebunden.
Von 2024 bis zum ersten Halbjahr 2026 fanden insgesamt 107 Kurse mit 1.051 Teilnahmen von Kindern beziehungsweise Familien statt. Bewegungstipps und Informationen zu den ÖGK-Angeboten gibt es unter www.oegk.at/kids.
Quelle: https://www.hochneukirchen-gschaidt.at/Handy_Konsole_Couch_-_wo_bleibt_die_Bewegung_
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