Adrian Ghenie zeigt neue Werke in Rom

Pia ProdingerPia Prodinger
© Laura Wilson, Maria Teresa Muraro, Atelier Buch Katz, Alessandra D'Urso

Von 25. September bis 15. November 2026 präsentiert der Palazzo Poli in Rom die Ausstellung „Capricci romani“ des rumänischen Künstlers Adrian Ghenie. Gezeigt werden bisher unveröffentlichte Arbeiten auf Papier und Karton, die sich mit der Stadt Rom auseinandersetzen.

Der Palazzo Poli, Sitz des Istituto Centrale per la Grafica, widmet dem 1977 in Baia Mare geborenen Künstler Adrian Ghenie eine Einzelausstellung. Das Projekt wurde von Alessandra Borghese konzipiert und wird von der Ghenie Chapels Foundation sowie dem Istituto Centrale per la Grafica unterstützt. Die Kuratorenrolle übernehmen Fabio De Chirico und Pier Paolo Pancotto.

Im Zentrum der Schau stehen eigens für das Projekt geschaffene Werke, die Ghenies Beziehung zur italienischen Hauptstadt, ihrer Landschaft und ihrem kulturellen Gedächtnis thematisieren. Der Künstler lebt und arbeitet in Rom, wo er ein Atelier an der Via Appia unterhält.

Zwischen Antike und Gegenwart

Die Umgebung seines Ateliers – geprägt von Aquädukten, antiken Ruinen und der römischen Campagna neben der modernen Stadt – bildet den Ausgangspunkt für Ghenies Auseinandersetzung mit erfundenen Landschaften. Seine Arbeiten beziehen sich auf eine lange Tradition in der europäischen Kunstgeschichte, die von idealisierten klassischen Landschaften des 17. Jahrhunderts bis zu romantischen und modernen Interpretationen von Natur und Verfall reicht.

Besonders orientiert sich Ghenie an der Tradition des „Capriccio“ und am Erbe von Giovanni Battista Piranesi. In diesem Genre werden reale und imaginäre Elemente kombiniert, um erkennbare Szenen zu schaffen, ohne streng beschreibend zu sein. Rom dient dabei als Quelle von Erinnerung und Neuerfindung – zugleich realer Ort und mentaler Raum.

Ruinen als zeitgenössisches Symbol

Die Begegnung mit klassischer Schönheit und römischer Kultur erzeugt einen Kurzschluss zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ziel ist nicht die nostalgische Wiederbelebung antiker Vorbilder, sondern deren Transformation in eine zeitgenössische Sprache. Die „Capricci romani“ entstehen aus dieser Spannung und bieten eine persönliche und ironische Neuinterpretation des Genres.

Ruinen nehmen eine zentrale Rolle ein. In einer von Technologie und ständiger Bilderproduktion geprägten Welt werden sie für Ghenie zu einer Art Memento mori – Spuren einer vergangenen Epoche, die die Gegenwart weiterhin herausfordern. Die Zeichnungen sind bevölkert von erfundenen Architekturen, antiken Fragmenten und fantastischen Erscheinungen. Der Künstler selbst tritt in den Werken manchmal als Protagonist und Führer durch eine imaginäre Reise durch die Stadt auf.

Quelle: https://ropac.net/news/3079-adrian-ghenie-views-rome-through-a-whimsical-lens-previously-unseen-works-on-display-at-palazzo-poli

Worüber spricht Salzburg morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.