Agrana erwartet 40 Prozent weniger Zuckerrüben

Mathias FischerMathias Fischer
Rübenroder erntet Zuckerrüben auf einem Feld in Österreich
© Wolfgang Weiser / Pexels (Symbolbild)

Wegen der Dürre fallen die Zuckerrübenerträge in Österreich heuer massiv aus. Der Konzern rechnet mit bis zu 40 Prozent weniger Rüben. Einen Engpass bei Zucker soll es dennoch nicht geben, versichert Agrana-Chef Stephan Büttner.

Der Agrana-Konzern muss heuer mit deutlich weniger Zuckerrüben auskommen. Aufgrund der Dürre liefern die Landwirte in Österreich bis zu 40 Prozent weniger als üblich. Die gesamte heimische Ernte wird in der Zuckerfabrik Tulln in Niederösterreich verarbeitet.

Trotz der Ausfälle werde es keinen Zucker-Engpass geben, betonte Stephan Büttner im Gespräch mit der APA. Der Konzern verfüge über ausreichende Lagerbestände und müsse keine zusätzlichen Mengen einkaufen. „Wir können den Handel ganz normal beliefern“, so der Agrana-Chef. An den internationalen Warenterminbörsen ist der Zuckerpreis in den vergangenen drei Monaten von einem Rekordtief ausgehend um rund 40 Prozent gestiegen.

Produktion sinkt auf 200.000 Tonnen

Die Ernte des Vorjahres umfasste 1,9 Millionen Tonnen Zuckerrüben, die von Herbst 2025 bis Jänner 2026 zu 310.000 Tonnen Zucker verarbeitet wurden. Heuer rechnet der Konzern mit einer Ernte von lediglich 1,1 Millionen Tonnen in Österreich. Daraus sollen voraussichtlich rund 200.000 Tonnen Zucker entstehen, erklärte Büttner. Die Zuckerrübenernte läuft üblicherweise von September bis November.

Der Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzern betreibt neben Tulln noch vier weitere Zuckerfabriken in Zentral-, Ost- und Südosteuropa. Auch dort führt die Trockenheit zu deutlich geringeren Rübenmengen.

Verluste nach Fabrikschließungen

Das Zuckergeschäft hatte die Agrana im Geschäftsjahr 2025/26 in die Verlustzone gebracht. Wegen niedriger Zuckerpreise schloss das Unternehmen im März 2025 die Produktion in Leopoldsdorf im Marchfeld sowie in Hrušovany in Tschechien. Der Konzernverlust belief sich auf 35,6 Millionen Euro, die Mitarbeiterzahl sank um 600 auf 8.400.

Erholung im laufenden Geschäftsjahr

Das aktuelle Geschäftsjahr verläuft deutlich besser. Im ersten Halbjahr 2026/27 (bis Ende August) verbesserte sich das Konzernergebnis von 1,1 Millionen Euro auf 37,5 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit 1,7 Milliarden Euro nahezu unverändert. „Trotz des herausfordernden Marktumfelds konnten wir unsere operative Performance verbessern“, sagte Büttner. Ein Schwerpunkt bleibe die Integration des übernommenen Fruchtsaftkonzentrat- und Aromenherstellers Austria Juice sowie des Lebensmittelherstellers Mercator-Emba.

Der Wiener Konzern ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen sowie weltweit führender Hersteller und Anbieter von Apfelsaft- und Beerensaftkonzentraten. Das Unternehmen beliefert Molkereien sowie die Food Service-, Eiscreme-, Backwaren- und Getränkeindustrie.

Für das Gesamtjahr 2026/27 erwartet die Agrana ein Betriebsergebnis (EBIT) von 90 bis 110 Millionen Euro – sehr deutlich über dem Vorjahr.

Quelle: APA

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