„Aida“ begeistert bei Saisoneröffnung in Klagenfurt

Pia ProdingerPia Prodinger
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Mit Giuseppe Verdis „Aida“ ist das Stadttheater Klagenfurt am Donnerstag erfolgreich in die neue Spielzeit gestartet. Das Kärntner Sinfonieorchester und ein starkes Sängerensemble überzeugten bei der Premiere des ägyptischen Dramas.

Die Premiere von Giuseppe Verdis „Aida“ am Stadttheater Klagenfurt wurde am Donnerstag zum gefeierten Auftakt der neuen Saison. Unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Chin-Chao Lin zeigte sich das Kärntner Sinfonieorchester in ausgezeichneter Verfassung, wobei besonders die Bläser-Solisten hervorstachen. Regisseur Aron Stiehl setzte neben dezent choreografierten Massenszenen auch auf parodistische Elemente und Bezüge zum aktuellen Kriegsgeschehen.

Starke Gesangsleistungen

Ruzana Grigorian verkörperte mit ihrem ausgewogenen Mezzosopran die zwischen Liebe und Eifersucht zerrissene Amneris eindrucksvoll. Als verzweifelte Rivalin stand sie der russischen Sopranistin Anna Princeva gegenüber, die in der Titelrolle vor allem mit ihren lyrischen Partien überzeugte. Der ukrainische Tenor Vasyl Solodkyy als Radamès konnte nach anfänglichen Schwierigkeiten besonders in der zweiten Hälfte punkten.

Auch die weiteren Rollen waren souverän besetzt: Tommi Hakala gefiel mit seinem sonoren Bariton als Amonasro, dem gefangenen König von Äthiopien. Giorgi Chelidze gab den mächtigen Oberpriester Ramfis, während Gheorghe Severin den König von Ägypten verkörperte.

Mystisches Bühnenbild und politische Anspielungen

Das hoch aufragende Bühnenbild von Thomas Stingl schuf mit antiken Versatzstücken und viel Bühnennebel eine mystische Atmosphäre. Die Kostüme von Emmanuela Cossar kombinierten verschiedene Uniformen, Cocktailkleider und erdfarbene Fetzen für die besiegten Äthiopier. Bei den Massenszenen füllten neben Chor und Extrachor zahlreiche Statisten die Bühne.

Als sich eine transparente Videoleinwand vor dem Geschehen entrollte, wurden historische Filmaufnahmen aus dem Weltkrieg gezeigt – eine deutliche Parallele zum Kriegsgeschrei der Oper. Den Ernst brach Stiehl durch eine schrill inszenierte Balletteinlage mit Diktatoren von Stalin bis Mussolini. Im Hintergrund baute ein kindlicher Donald Trump an einem wiederholt zusammenstürzenden Kartenhaus.

Weitere Vorstellungen finden am 20., 23., 26. und 29. September sowie am 2., 9., 15. und 21. Oktober und am 7., 11. und 14. November 2026 statt, jeweils um 19.30 Uhr. Informationen unter www.stadttheater-klagenfurt.at.

Quelle: APA

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