AK Kärnten diskutierte über Demokratie in Krisenzeiten

Mona HopfingerMona Hopfinger
Demokratie: Waage mit Herausforderungen und Stärkung, Säule, Buch und Weltkugel
© Mit KI (Gemini) generiert

Bei den 15. „Kärntner Gesprächen zur demokratiepolitischen Bildung“ der Arbeiterkammer Kärnten standen gestern die Auswirkungen globaler Krisen auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Fokus. Expertinnen und Experten beleuchteten unter dem Titel „Neue Welt(un)ordnung“, wie demokratische Gesellschaften auf internationale Spannungen reagieren können.

Internationale Spannungen, geopolitische Konflikte und gesellschaftliche Polarisierung prägen die aktuelle Zeit. Bei der 15. Ausgabe der „Kärntner Gespräche zur demokratiepolitischen Bildung“ diskutierten Fachleute und Besucherinnen und Besucher gestern darüber, welche Folgen diese Entwicklungen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit haben. Die von der Arbeiterkammer Kärnten organisierte Veranstaltung widmete sich der Frage, wie demokratische Gesellschaften auf globale Krisen reagieren.

Globale Krisen wirken sich direkt auf Menschen aus

Im Zentrum stand die Frage, wie demokratische Institutionen und rechtsstaatliche Prinzipien in unsicheren Zeiten geschützt und gestärkt werden können. AK-Präsident Günther Goach machte deutlich, dass internationale Konflikte und geopolitische Spannungen keine fernen Ereignisse sind, sondern direkte Auswirkungen auf den Alltag der Menschen haben. „Das zeigt sich insbesondere in Lieferkrisen, steigenden Lebenshaltungskosten sowie im Druck auf die soziale Sicherheit und die Gesundheitsvorsorge“, so Goach.

Zwar könne man internationale Entwicklungen nicht unmittelbar gestalten, betonte der AK-Präsident. „Aber wir können entscheiden, wie wir als Gesellschaft damit umgehen, unsere demokratischen Institutionen stärken, für sozialen Ausgleich sorgen und Beteiligung ermöglichen.“

Völkerrecht unter Druck, aber auch positive Signale

Rechtswissenschaftler Johannes Tropper analysierte, wie geopolitische Machtverschiebungen und der Druck auf internationale Institutionen die bestehende Völkerrechtsordnung herausfordern. Zugleich verwies er auf positive Entwicklungen wie neue internationale Abkommen und die stärkere Einbindung des Globalen Südens.

Die Demokratie- und Konfliktforscherin Daniela Ingruber warnte vor Rückschritten in der Demokratie. Sie nannte auch die wachsende Spaltung der Gesellschaft und populistische Tendenzen. Demokratie sei kein starres System. Man müsse sie ständig stärken und weiterentwickeln. Dafür seien politische Bildung, eine lebendige Streitkultur und eine aktive Zivilgesellschaft zentral.
Die Schriftstellerin Birgit Birnbacher brachte eine gesellschaftliche Sichtweise in die Debatte ein. Sie fragte, wie sich globale Umbrüche auf das Leben der Menschen auswirken.

Politische Bildung als wesentlicher Beitrag

Die Diskussionen und Fragen zeigten klar, dass man Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht als gegeben ansehen darf. Deshalb brauche es Orte für Austausch, kritisches Denken und politische Bildung. Die Kärntner Gespräche bieten solche Orte, hieß es.

Daniel Weidlitsch, Abteilungsleiter Bildungspolitik, Jugend & Kultur, betonte abschließend: „Die Kärntner Gespräche leisten einen wesentlichen Beitrag zur politischen Bildungsarbeit der AK Kärnten, indem sie gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen und einen fundierten Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit ermöglichen.“

Die gesamte Veranstaltung kann online nachgeschaut werden unter kaernten.arbeiterkammer.at.

Quelle: https://kaernten.arbeiterkammer.at/service/presse/Kaerntner-Gespraeche-beleuchteten-die-Herausforderungen-u.html

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