AK Kärnten holte 6,6 Millionen Euro für Steuerzahler zurück

Pia ProdingerPia Prodinger
Steuersparungen 2026: Über 6,6 Millionen Euro für 8.798 Personen, Sparschwein, Geld und Tablet
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Arbeiterkammer Kärnten hat bei ihren Steuerspartagen 2026 insgesamt 6,6 Millionen Euro an Steuergutschriften für ihre Mitglieder erreicht. In neun Wochen nutzten 8.798 Kärntnerinnen und Kärntner die kostenlose Beratung zur Arbeitnehmerveranlagung.

Die Arbeiterkammer Kärnten zieht eine positive Bilanz ihrer Steuerspartage 2026. Zwischen 2. März und 3. April sowie 4. und 30. Mai wandten sich 8.798 Kärntnerinnen und Kärntner an das AK-Steuerteam in Klagenfurt und in den Bezirksstellen. Die Expertinnen und Experten erreichten in diesem Zeitraum Steuergutschriften von mehr als 6,6 Millionen Euro.

Die professionelle Unterstützung war besonders gefragt, wenn es um das optimale Absetzen von Ausbildungskosten, Pflegeausgaben, Pendlerpauschale oder Familienbonus Plus ging. „Die seit Oktober 2025 verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung hat den Zugang zu FinanzOnline für viele Menschen zusätzlich erschwert. Dank unserer umfassenden Aufklärungskampagne und der zwei zeitlich getrennten Aktionszeiträume waren die meisten Ratsuchenden gut gerüstet“, erklärte AK-Präsident Günther Goach.

Künstliche Befruchtung brachte 1.200 Euro Gutschrift

Besonders häufig informierten sich heuer Frauen über die steuerliche Absetzbarkeit von Ausgaben für künstliche Befruchtung. Eine Kärntnerin erhielt nach der Beratung eine Steuergutschrift von mehr als 1.200 Euro. AK-Steuerexpertin Frau Jusic erläuterte: „Wir haben die Ausgaben für die In-vitro-Fertilisation, samt Untersuchungen, Labor und Kilometergeld in Höhe von rund 3.000 Euro als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht“.

Pflegekosten: 8.000 Euro nachträglich zurückgeholt

Das Steuerteam bewies in mehreren Fällen, dass die antragslose Arbeitnehmerveranlagung nicht immer den optimalen Steuervorteil bringt. Eine 94-jährige Pflegegeldbezieherin hatte über Jahre nur kleinere Beträge über den automatischen Steuerausgleich erhalten. Ausgaben für Pflegedienste sowie Apotheken- und Arztrechnungen waren dabei nicht berücksichtigt worden.

Bei nachträglichen Arbeitnehmerveranlagungen für die vergangenen fünf Jahre wurden diese Kosten als außergewöhnliche Belastung ohne Selbstbehalt geltend gemacht. Das Ergebnis: eine Gutschrift über 8.000 Euro.

Ehepaar erhielt 9.000 Euro zurück

Ein Kärntner Ehepaar – er Pensionist, sie teilzeitbeschäftigt – ging davon aus, dass sich ein Steuerausgleich nicht lohne. Die AK-Steuerexpertinnen und -experten holten für die Familie mit zwei Kindern für die vergangenen drei Jahre jedoch knapp 9.000 Euro an zu viel bezahlter Steuer zurück. Unter anderem wurde der Familienbonus Plus optimal zwischen den Eltern aufgeteilt und das Kilometergeld für dienstliche Fahrten der Mutter als Werbungskosten abgesetzt.

Alleinerziehende erhielt 3.500 Euro Gutschrift

Eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern suchte nach dem Tod ihres Ehemanns Unterstützung im AK-Steuerservice. Da sich der Familienbonus Plus aufgrund des geringen Einkommens nicht auswirkte, wurden beim Beratungstermin der Alleinverdienerabsetzbetrag beantragt sowie der Kindermehrbetrag und der Mehrkindzuschlag geltend gemacht. Für das Jahr 2025 ergab das eine Gutschrift von knapp 3.500 Euro.

Unterstützung auch außerhalb der Aktionszeiträume

Die Arbeiterkammer Kärnten bietet auf ihrer Website zahlreiche Hilfsmittel an: Onlinerechner, Formulare, Musterbriefe, einen Brutto-Netto-Rechner, Steuertipps sowie Broschüren wie „Steuer sparen“, „Steuertipps für Eltern“, „Familienbonus Plus“ und „Steuerrecht kompakt“. Auch Videos zur Arbeitnehmerveranlagung sind verfügbar.

„Das Steuerteam der AK Kärnten unterstützt unsere Mitglieder selbstverständlich auch außerhalb der Aktionszeiträume kostenlos und professionell bei der Arbeitnehmerveranlagung“, betonte AK-Präsident Goach. Die AK-Serviceline ist unter 050 477-3002 oder per E-Mail an steuer@akktn.at erreichbar.

Quelle: OTS

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