AK Kärnten verhindert Kündigung nach Bundesheer-Rückkehr

Ein Kärntner Handelsunternehmen wollte einen verletzten Mitarbeiter nach dessen Präsenzdienst loswerden. Die Arbeiterkammer Kärnten machte die bereits unterschriebene Auflösung rückgängig.
Ein junger Angestellter aus Kärnten wurde nach seiner Rückkehr vom Präsenzdienst unter Druck gesetzt, seinen Arbeitsvertrag aufzulösen. Der Mann hatte seine Ausbildung in dem Handelsbetrieb erfolgreich abgeschlossen, bevor er zum Bundesheer einrückte. Als er verletzungsbedingt arbeitsunfähig zurückkam, drängte ihn die Firmenleitung zur Unterschrift unter eine einvernehmliche Auflösung.
Eingeschüchtert unterzeichnete der junge Mann das vorgelegte Dokument. Anschließend wandte er sich jedoch an die AK-Bezirksstelle St. Veit. Bezirksstellenleiter Philipp Parteder konfrontierte das Unternehmen mit der Rechtslage.
Arbeitsplatz-Sicherungsgesetz schützt Präsenzdiener
„Das Arbeitsplatz-Sicherungsgesetz (APSG) zieht hier extrem strenge Schutzgrenzen. Ohne eine offizielle, vorherige Aufklärung – durch das Gericht oder die Arbeiterkammer – über die rechtlichen Konsequenzen, ist eine solche Unterschrift absolut wertlos“, erklärte der Jurist. Der Arbeitgeber musste die Auflösung des Dienstverhältnisses daraufhin rückgängig machen.
AK-Präsident Günther Goach kritisierte das Vorgehen des Betriebs scharf: „Dieser Fall zeigt leider drastisch, wie versucht wird, die gesundheitliche und rechtliche Notlage eines jungen Arbeitnehmers schamlos auszunutzen.“
AK rät zu Beratung vor Unterschrift
Goach appellierte an Beschäftigte, sich nicht zu vorschnellen Unterschriften drängen zu lassen. Die AK Kärnten biete kostenlose Beratung durch Expertinnen und Experten an. In diesem Fall sei die Hilfe erfolgreich gewesen, allerdings ließen sich unüberlegte Unterschriften nicht immer rückgängig machen.
Beratung zum Arbeitsrecht und Arbeitnehmer:innenschutz gibt es unter arbeitsrecht@akktn.at oder telefonisch unter 050 477-1004.
Quelle: https://kaernten.arbeiterkammer.at/service/presse/AK-schuetzt-jungen-Mitarbeiter-vor-Jobverlust.html
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