AK und Gewerkschaften verteilen 4.000 Kipferl an Pendler

Zum Auftakt der EU-Mobilitätswoche haben die Arbeiterkammer Burgenland, der ÖGB und die Gewerkschaft vida an 15 Bahnhöfen und Park&Ride-Anlagen im Burgenland Frühstückskipferl ausgegeben. Die Aktion soll auf die Anliegen von Berufspendlern aufmerksam machen.
Mehr als 4.000 Kipferl hat die Arbeiterkammer Burgenland am heutigen Tag an Bahnhöfen und Park-&-Ride-Anlagen im gesamten Bundesland verteilt. Die Aktion fand an Standorten von Neusiedl am See bis Güssing statt. Auch an vier Berufsschulen wurden Lehrlinge sowie Bus-, Lok- und BAST-Fahrer mit einem Frühstück versorgt. AK-Präsident Gerhard Michalitsch erklärte, man wolle Pendlerinnen und Pendlern damit nicht nur eine kleine Aufmerksamkeit bereiten, sondern auch über aktuelle Mobilitätsthemen informieren.
Pendeln bleibt Herausforderung
Viele Burgenländerinnen und Burgenländer arbeiten außerhalb ihres Wohnortes und legen täglich weite Strecken zurück. In der Ostregion beträgt die durchschnittliche Pendeldistanz rund 45 Kilometer. Frühe Arbeitswege, steigende Treibstoffkosten und Verspätungen zählen für viele zum Alltag.
Laut Berend Tusch, Landesvorsitzender der Gewerkschaft vida, sind zahlreiche Arbeitsplätze nur unzureichend an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Für viele Beschäftigte bleibe daher nur das Auto als Verkehrsmittel. Besonders für Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen könne dies eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen.
Mehr Mobilitätsangebote für Beschäftigte gefordert
AK, ÖGB und Gewerkschaft sprechen sich für ein betriebliches Mobilitätsmanagement in größeren Unternehmen aus. Gemeinsam mit Beschäftigten und Betriebsräten sollen Betriebe Maßnahmen entwickeln, um Arbeitswege besser, sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten.
Als mögliche Maßnahmen nennen die Interessenvertretungen unter anderem bessere öffentliche Anbindungen, Fahrradabstellplätze, Jobtickets, Fahrgemeinschaften oder betriebliche Shuttleangebote. Ein attraktiver Arbeitsplatz hänge auch davon ab, wie gut er erreichbar sei, betonte Tusch.
ÖGB-Landesvorsitzender Manuel Sulyok verwies darauf, dass Pendeln für viele Arbeitnehmer keine Frage des Komforts, sondern eine notwendige Voraussetzung für die Berufsausübung sei.
Studie zeigt Handlungsbedarf
Eine aktuelle Mobilitätsstudie der AK Burgenland zeigt, dass 85 Prozent der Erwerbstätigen mit dem Auto zur Arbeit fahren, obwohl sich sowohl beim Wohn- als auch beim Arbeitsort eine Bushaltestelle in maximal 700 Metern Entfernung befindet.
AK-Verkehrsexpertin Ines Lukic-Zjajo sieht zwar Fortschritte im öffentlichen Verkehr des Burgenlands, betont jedoch, dass weitere Verbesserungen notwendig seien, um mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bewegen.
Zwölf Forderungen für bessere Mobilität
Die Arbeiterkammer und die Gewerkschaften haben dazu einen Forderungskatalog vorgelegt. Dieser umfasst unter anderem:
Verlässliche Takte und Anschlüsse auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten
Mehr Angebote für Schichtarbeiter und Beschäftigte mit atypischen Arbeitszeiten
Den Ausbau des BAST und weiterer Mikro-ÖV-Angebote
Verbesserungen bei der ersten und letzten Meile
Zusätzliche Park-&-Ride- und Park-&-Drive-Anlagen an geeigneten Standorten
Mehr sichere Radwege und Fahrradabstellplätze
Barrierefreie Mobilitätsangebote
Höhere Kapazitäten zu Stoßzeiten
Bessere Information bei Verspätungen und Störungen
Mehr Informationen über das öffentliche Verkehrsangebot im Burgenland
Leistbare Tickets für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie junge Menschen
Betriebliches Mobilitätsmanagement in größeren Unternehmen
Mit diesen Maßnahmen sollen Pendlerinnen und Pendler künftig besser unterstützt und nachhaltige Mobilitätsformen gestärkt werden.
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