Allegro Vivo startet mit Uraufführung im Waldviertel

Das Festival Allegro Vivo ist mit einem Eröffnungskonzert in die neue Saison gestartet. Höhepunkt war ein eigens komponiertes Doppelkonzert für Violine und Gitarre, so der ORF.
Im Zentrum des Eröffnungsabends stand die Uraufführung eines Doppelkonzerts für Violine, Gitarre und Streichorchester. Festivalleiter Vahid Khadem-Missagh erläuterte die Wahl der Instrumente: Der Auftakt sei den südöstlichen Lebensadern Europas gewidmet. Bei der Suche nach der passenden Besetzung sei die Entscheidung auf Violine und Gitarre gefallen.
Die Kombination habe historische Vorbilder, so Khadem-Missagh. Der italienische Geigenbauer Antonio Stradivari habe sowohl Geigen als auch Gitarren gebaut. Zudem habe der Virtuose Niccolò Paganini beide Instrumente gespielt. Khadem-Missagh übernahm selbst den Violinpart, gemeinsam mit Gitarrist Alexander Swete als Solisten. Das Festivalorchester begleitete die beiden.
Swete bezeichnete die Besetzung als außergewöhnlich. Es gebe nur wenige Konzerte für Violine, Gitarre und Orchester in dieser Form. Er habe vor mehr als zehn Jahren bereits in Altenburg gespielt. Besonders reizvoll finde er, Gezupfte und Gestrichene zusammenzubringen.
Komponist sah Balance als zentrale Aufgabe
Der in Wien lebende deutsche Komponist Tristan Schulze schuf das Werk als Auftragskomposition für Allegro Vivo. Für die beiden sehr unterschiedlichen Instrumente zu schreiben, sei eine rechte Herausforderung gewesen. Ihm sei es wichtig gewesen, etwas Balanciertes zwischen Violine und Gitarre zu schaffen.
Das Konzert vereinte unterschiedliche musikalische Stile: Elemente aus Flamenco, Jazz, brasilianischer Musik und Tango trafen aufeinander. Die Gitarre rückte dabei besonders in den Vordergrund und trat mit der Violine in einen abwechslungsreichen Dialog.
Italienisches Programm mit Respighi und Tschaikowsky
Das Auftragswerk stand in einem italienisch gefärbten Kontext. Zuvor erklang „Antiche Danze ed Arie“ des italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879-1936). Den Abschluss bildete Peter Iljitsch Tschaikowskys (1840-1893) „Souvenir de Florence“, eines seiner bedeutendsten kammermusikalischen Werke, das in Italien entstand.
Mit dem Festivalauftakt beginnt auch die Internationale Sommerakademie Allegro Vivo. Knapp 600 Musikerinnen und Musiker aus aller Welt verbringen die nächsten Wochen im Waldviertel. Bis September stehen mehr als 50 Konzerte in Stiften, Burgen und Schlössern der Region auf dem Programm.
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