Alpenverein räumt Müll aus 60 Meter tiefem Schacht am Untersberg

Mona HopfingerMona Hopfinger
Fundstücke aus Metall und Glas, darunter Dosen und Flaschen, liegen im Gras vor einem großen weißen Sack.
© berg+natur_gruppe

Der Alpenverein Salzburg hat zum vierten Mal eine Aufräumaktion im Zeppezauerschacht nahe dem Zeppezauerhaus durchgeführt. Jahrelang wurde dort Hüttenmüll entsorgt – mitten im Wasserspeicher der Stadt Salzburg.

In einer 60 Meter tiefen Doline unweit des Zeppezauerhauses am Untersberg lagern Glasscherben, Bierkapseln, halbverrottete Dosen, Plastikstrohhalme, Kunststofffetzen und vergammelte Batterien. Auch Kuriositäten wie ein Rasierpinsel, Niveadosen, intakte Sodaflaschen, Plastikspielzeug und ein Glöckchen finden sich am Grund des sogenannten Zeppezauerschachts.

Über Jahre hinweg wurde der Abfall aus der Hütte in den Schacht geworfen. Vieles davon verrottet nicht oder nur sehr langsam – ein Problem, da sich der Schacht im Wasserspeicher der Stadt Salzburg befindet. Nun hat der Alpenverein Salzburg unter der Leitung des Höhlenexperten Roland Kals bereits die vierte Müllentsorgungsaktion gestartet.

Spektakulärer Abstieg mit Spezialtechnik

Das Abseilen am Statikseil mit Umlenkstelle ist spektakulär. Die spezielle Technik wurde vorab trainiert, dennoch bedeutet der Abstieg in das dunkle Loch eine Überwindung. Bis zu fünf Personen arbeiten gleichzeitig unter Tage, ausgerüstet mit Ganzkörperanzügen, Helmen und Stirnlampen.

Glasscherben bleiben liegen, der übrige Müll wird in Kübeln gesammelt und in Tonnen gefüllt. Ist eine Tonne voll, wird per Funk das Signal zum Hochziehen gegeben. Fünf Personen sind nötig, um die Tonne trotz Seilwinde nach oben zu befördern – eine weitere Person sichert das Seil. Der Inhalt wird in Big Bags geleert, die Tonne wieder abgelassen.

Frauenpower bei der Bergung

Am ersten Tag unterstützte Alpinreferent Markus das Team. Doch schnell zeigte sich: Frauenpower dominiert den Arbeitseinsatz. Kati, eine erfahrene Höhlenforscherin, sorgte am Boden für Expertise und technische Unterstützung. Andrea, die Jüngste im Team, war bereits zum dritten Mal dabei und bewältigte den kräftezehrenden Aufstieg mit Leichtigkeit. Anna übernahm meist das Nachsichern, die anderen wechselten sich bei den verschiedenen Aufgaben ab.

Der Samstag verging schnell, das Team brauchte länger als erwartet, bis alle wieder an der Oberfläche waren. Das Team am Zeppezauerhaus servierte ein verspätetes, reichliches Abendessen.

Nacharbeit auf Vorsprüngen nötig

Am Sonntag konnte das Projekt am Boden der Doline abgeschlossen werden. Beim Aufstieg zeigte sich jedoch: Auf mehreren Vorsprüngen liegt noch Müll, der es nicht bis nach unten geschafft hat – darunter ebenfalls Batterien und Plastik. In den nächsten Tagen wird es daher eine Nacharbeit geben, bevor der Zeppezauerschacht wieder vollständig der Natur überlassen wird.

Quelle: https://www.alpenverein.at/salzburg/home/news/2026-09-09-Muellaktion-Zeppezauerschacht-2026.php

Worüber spricht Salzburg morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.