Altenberg wandelt Kriegerdenkmal in Friedensdenkmal um

Mona HopfingerMona Hopfinger
Friedensdenkmal Altenberg mit Friedenstaube und QR-Code auf beleuchtetem Schild
© Mit KI (Gemini) generiert

In Altenberg bei Linz wurde am Samstag ein umgestaltetes Friedensdenkmal eingeweiht. Das bisherige Kriegerdenkmal am Marktplatz wurde künstlerisch neu interpretiert und erinnert nun an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Am 31. Oktober fand in Altenberg bei Linz die feierliche Einweihung des neu gestalteten Friedensdenkmals am Marktplatz statt. Unter den Ehrengästen waren Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner und Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer, die gemeinsam mit der Bevölkerung an der Zeremonie teilnahmen.

Das bisherige Kriegerdenkmal wurde nicht abgetragen, sondern von den Künstlern Hubert Lobnig und Moritz Matschke behutsam umgestaltet. Entstanden ist ein zeitgemäßer Gedenkort, der Frieden, Menschlichkeit und gesellschaftliche Verantwortung betont und das bestehende Monument in einen neuen Kontext stellt.

Einstimmiger Beschluss nach mehrjährigem Prozess

Der Umgestaltung ging ein mehrjähriger Beteiligungsprozess voraus, an dem Gemeinde, Pfarre, Diözese, Zivilgesellschaft und Fachleute mitwirkten. Sowohl der Gemeinderat als auch der Pfarrgemeinderat stimmten dem Vorhaben einstimmig zu.

Bürgermeister Mag. Michael Hammer sieht darin mehr als eine bauliche Maßnahme: „Dieses Projekt ist weit mehr als die Neugestaltung eines Denkmals. Es ist ein klares Bekenntnis zu Frieden, Demokratie und Menschenwürde.“

Peter Haubner, zugleich Vorsitzender des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, hebt die Vorbildwirkung hervor: „Das Mahnmal in Altenberg steht beispielhaft dafür, wie wir Gedenken neu denken können.“ Die Worte „Nie wieder Krieg“ und „Nie wieder Faschismus“ seien Auftrag, Frieden und Demokratie zu verteidigen.

Gedenken an NS-Euthanasie-Opfer

Das Denkmal erinnert nun nicht mehr nur an gefallene Soldaten, sondern an alle benannten und unbenannten Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. In Altenberg erhalten die namentlich bekannten Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie einen Platz im öffentlichen Gedenken.

Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer würdigt den Prozess und die künstlerische Qualität: „Das Projekt in Altenberg ist mit Blick auf den differenzierten Diskurs, der hier geführt wurde, die Einbindung von unterschiedlichen Beteiligten und Gruppierungen und der hohen künstlerischen Qualität ein besonders gelungenes Beispiel.“

Historische Erden in Gestaltung einbezogen

Eine Besonderheit sind historische Erden von verschiedenen Kriegsschauplätzen, die beim Abbau des alten Denkmals in beschrifteten Säcken wiederentdeckt wurden. Sie fanden in die neue Gestaltung Eingang und erhielten einen würdigen Platz. Eine Informationsstele mit QR-Code ermöglicht die vertiefte Auseinandersetzung mit der Geschichte.

LEADER-Obmann Leopold Eder und Geschäftsführerin Mag. Martina Birngruber betonen: „Das Projekt zeigt, wie durch Zusammenarbeit, Beteiligung und die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte ein nachhaltiger Mehrwert für die Region geschaffen werden kann.“

Die Künstler

Hubert Lobnig studierte in Wien an der Hochschule für angewandte Kunst und arbeitet in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Video, Fotografie sowie ortsbezogene Installationen. Er gründete 1997 die Plattform Tigerpark und ist Professor am Institut für Kunst und Bildung der Kunstuniversität Linz. Er lebt in Wien und Mödring.

MMag. Moritz Matschke, PhD studierte Bildende Kunst und Kunstvermittlung an der Kunstuniversität Linz. Als bildender Künstler und Pädagoge entwickelt er Bildungs- und Kulturprojekte in und um Wien und ist als Senior Artist am Institut für Kunst und Bildung der Kunstuniversität Linz tätig.

Quelle: https://www.altenberg.at/Die_Idee_des_Friedens_ist_unsterblich

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