Amateurfunk übt Katastrophen-Kommunikation österreichweit

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Am 3. Oktober 2026 wird beim Zivilschutz-Probealarm erstmals die Vernetzung von Amateurfunkstellen in ganz Österreich getestet. Funkamateure dokumentieren dabei die Hörbarkeit von Sirenen und Cell-Broadcast-Meldungen.

Der Österreichische Versuchssenderverband (ÖVSV) nutzt den bundesweiten Zivilschutz-Probealarm am 3. Oktober 2026, um die Vernetzung von Amateurfunkstellen zu trainieren. Die Übung findet auf VHF, UHF und CB-Funk statt.

Funkamateur:innen werden dokumentieren, ob Sirenen hörbar sind und ob Cell-Broadcast-Meldungen empfangen werden. Diese Informationen leiten sie an andere Stationen in Funkreichweite weiter. Die erzeugten Logfiles werden über digitale Kurzwellenverbindungen und Internet auf einen zentralen Server hochgeladen.

Backup bei Totalausfall der Kommunikation

Hintergrund der Übung ist die Bedeutung von Alarmierung und Lageerstellung in Katastrophenfällen. Auch in Österreich könne es bei einem Totalausfall der Kommunikation passieren, dass weder Radio noch Mobilfunk für die Bevölkerung verfügbar seien, heißt es vom ÖVSV.

Amateurfunk sei ein fast vergessener Teil des Informationsraums für die Alarmierung und Verbreitung von Nachrichten. Die linearen Verbindungen der bisherigen Behördenkommunikation würden bei einem Totalausfall an ihre Leistungsgrenze kommen.

Neuronales Kommunikationsnetz als Ziel

Funkamateur:innen bieten mit ihrer Vernetzung innerhalb der Gesellschaft neue Kommunikationswege im Katastrophenfall. Als „First Responder der Kommunikation“ ermöglichen sie die Generierung eines ersten Lagebildes.

In den Übungen mit stochastischen Kommunikationspunkten entsteht laut ÖVSV ein leistungsfähiges neuronales Kommunikationsnetz. Dieses arbeitet mit unterschiedlichen Übertragungswegen und Betriebsarten – Kurzwelle, VHF, UHF und Satellit, digital und analog, Sprache und Daten.

Der Österreichische Versuchssenderverband feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. Der 1926 gegründete Verein ist Mitglied der International Amateur Radio Union (IARU), des weltweiten Dachverbands der nationalen Amateurfunkverbände. Gemäß Telekommunikationsgesetz dient der Amateurfunkdienst unter anderem auch der Durchführung von Not- und Katastrophenfunkverkehr.

Quelle: OTS

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