Andrea Kaufmann wird Ehrenbürgerin

Die Vorarlberger Stadt Dornbirn verleiht ihrer Altbürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann die höchste kommunale Auszeichnung. Die Stadtvertretung beschloss auf Vorschlag von Bürgermeister Markus Fäßler, sie zur ersten Ehrenbürgerin in der Stadtgeschichte zu ernennen.
Die Stadtvertretung Dornbirn hat in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann zur ersten Ehrenbürgerin der Stadt zu ernennen. Die feierliche Übergabe der Urkunde findet am Samstag, 21. November, im Rahmen der Festsitzung anlässlich des 125. Geburtstags der Stadt statt.
Andrea Kaufmann prägte die Entwicklung Dornbirns über drei Jahrzehnte in verschiedenen politischen Funktionen. Von 1995 bis 2010 war sie Stadträtin, von 2009 bis 2013 gehörte sie der Vorarlberger Landesregierung an und verantwortete unter anderem die Bereiche Kultur, Wissenschaft und Weiterbildung. 2013 kehrte sie als Bürgermeisterin nach Dornbirn zurück und leitete die Stadt bis 2025.
Infrastruktur und Kinderbetreuung im Fokus
Während ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin wurden zahlreiche Infrastrukturprojekte realisiert. Dazu gehören Kindergärten und Schulen, Pflegeeinrichtungen, die Sägerbrücke, neue Messehallen sowie Umbauten im Krankenhaus. Mit dem Veranstaltungshaus in Haselstauden und der Stadtbibliothek entstanden zwei markante öffentliche Gebäude.
Ein zentrales Anliegen war Kaufmann der kontinuierliche Ausbau der Kinderbetreuung. Mit der Initiative „Dornbirn lässt kein Kind zurück“ rückte die Stadt die Chancen von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Ziel war es, Kinder frühzeitig zu unterstützen und ihnen unabhängig von ihren Voraussetzungen gute Entwicklungs- und Bildungschancen zu ermöglichen.
Dornbirn positionierte sich unter ihrer Führung als Klima-Pionierstadt und Smart Green City. Eine aktive Betriebsansiedlungspolitik sowie ein klares Bekenntnis zu Bildung und Forschung begleiteten die wirtschaftliche Entwicklung.
Krisenmanagement in außergewöhnlichen Situationen
Die zwölf Jahre als Bürgermeisterin waren von außergewöhnlichen Herausforderungen geprägt. Die Flüchtlingskrise, die Coronapandemie, die Explosion bei der Ausweichschule sowie der Einsturz der Rappenlochbrücke verlangten rasche Entscheidungen und enge Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Einsatzorganisationen.
Engagement auf Landes- und Bundesebene
Kaufmanns Engagement für die Gemeinden reichte weit über Dornbirn hinaus. Seit 2013 fungierte sie als Vizepräsidentin des Vorarlberger Gemeindeverbandes und lenkte dessen Geschicke ab Ende 2019 interimistisch. 2020 folgte die Wahl zur Präsidentin – als erste Frau in der Geschichte des Verbandes. 2025 reichte sie den Vorsitz an Walter Gohm weiter.
Auch national mischte Kaufmann mit: 2022 wählte man sie zur Vizepräsidentin des Österreichischen Gemeindebundes. Als Präsident Alfred Riedl 2023 seine Funktion ruhend stellte, führten sie und der steirische Gemeindebund-Präsident Erwin Dirnberger die Präsidialgeschäfte gemeinsam. In diese Phase fielen die Verhandlungen zum Finanzausgleich 2024 bis 2028 zwischen Bund, Ländern und Gemeinden, bei denen Kaufmann für den Gemeindebund mit am Tisch saß.
Höchste kommunale Auszeichnung
Andrea Kaufmann wird zur Ehrenbürgerin von Dornbirn ernannt. Sie ist die erste Frau, die diese Ehre bekommt. Bisher wurden unter anderem die früheren Bürgermeister Johann Georg Waibel, Günther Anton Moosbrugger, Karl Bohle, Rudolf Sohm und Wolfgang Rümmele ausgezeichnet. Dazu kommen Personen aus Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft. Damit werden Menschen geehrt, die viel für die Stadt geleistet oder ihr Ansehen stark verbessert haben.
„Andrea Kaufmann hat Dornbirn über viele Jahre mit großer Verantwortung, persönlichem Einsatz und einem klaren Blick für die Zukunft geprägt. Viele Entwicklungen, von denen unsere Stadt heute profitiert, tragen ihre Handschrift“, betont Bürgermeister Markus Fäßler. Die Ernennung zur ersten Ehrenbürgerin sei ein sichtbares Zeichen des Dankes und der Wertschätzung für ihre Verdienste um Dornbirn.
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