Andrea Kdolsky mit 63 Jahren gestorben

Mona HopfingerMona Hopfinger
Zentrum für Krebspatienten als Architekturzeichnung mit Kreuz und Äskulapstab, Vermächtnis & Fürsorge
© Mit KI (Gemini) generiert

Die ehemalige Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky ist im Alter von 63 Jahren verstorben. Die Wienerin litt seit längerem an Krebs.

Die frühere Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky ist tot. Wie die APA aus ihrem Umfeld erfuhr, starb die 63-Jährige nach längerer Krebserkrankung. Vor zwei Jahren hatte sie die Diagnose erhalten und ihren Kampf gegen die Krankheit mehrfach öffentlich gemacht.

Die Ärztin und Personalvertreterin war vor knapp 20 Jahren von der ÖVP in die Regierung entsandt worden. Später stellte sie ihre Expertise den Neos zur Verfügung. Zuletzt arbeitete Kdolsky auch für das Land Burgenland.

Von der Gewerkschafterin zur Ministerin

Kdolsky machte sich als streitbare und wortgewaltige Interessensvertreterin einen Namen. Die Anästhesistin war Vorsitzende der Hochschullehrer-Gewerkschaft und rief 2002 sogar zum Streik gegen eine Uni-Reform auf. Sie hatte Medizin, Jus und Handelswissenschaften studiert.

Später übernahm sie die Geschäftsführung der niederösterreichischen Landeskliniken-Holding. Von dort wechselte sie 2007 für die ÖVP ins Kabinett von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) und verantwortete die Bereiche Gesundheit und Familie.

Wechsel zu den Neos

Die ÖVP verließ Kdolsky 2023, nachdem die Partei in Niederösterreich eine Koalition mit der FPÖ eingegangen war. Bei den Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und Neos im Bund beriet sie die Neos in Gesundheitsfragen. Im Vorjahr stellte sie sich in ihrer Heimatgemeinde Purkersdorf für die Neos der Gemeinderatswahl. Heuer war sie noch im Auftrag des Landes Burgenland mit der Planung eines Zentrums für Krebspatientinnen und Krebspatienten befasst. Die Leitung des „Maggie's Center“ hatte ihr Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) im Vorjahr anvertraut.

Würdigungen aus der Politik

Beide Parteien, für die Kdolsky tätig war, bekundeten am Abend große Trauer. Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger bezeichnete sie in einer Aussendung als leidenschaftliche Ärztin, engagierte Politikerin und geschätzte Wegbegleiterin. Sie habe klare Worte gefunden und sich nie gescheut, unbequeme Fragen anzusprechen.

ÖVP-Obmann Christian Stocker würdigte: „Andrea Kdolsky war eine Politikerin, die offen ausgesprochen hat, was sie dachte, und die nie davor zurückgeschreckt ist, für ihre Überzeugungen einzustehen, auch wenn das unbequem war.“

Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) würdigte Kdolsky als Frau, die sich mit großer Energie in den Dienst der Menschen gestellt habe und in den vergangenen Jahren auch persönlich beeindruckende Stärke bewiesen habe. Doskozil sprach von einer außergewöhnlichen Persönlichkeit: „Ihre Offenheit, ihre Menschlichkeit und ihre Kraft haben mich tief beeindruckt.“
Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) erinnerte an eine Politikerin mit dem Herz am rechten Fleck: charakterstark, durchsetzungsstark, mit Ecken und Kanten, aber auch offen, ehrlich und stets lebensfroh. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) bezeichnete Kdolsky als Gesundheitspolitikerin mit Gespür für Innovation und Menschlichkeit. Auch der Samariterbund und die AUVA sprachen ihr Beileid aus.

Quelle: APA

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