Andreaskirche feiert 40 Jahre seit Restaurierung

Mathias FischerMathias Fischer
Kirche in Unterolberndorf, Niederösterreich mit weißer Fassade und rotem Ziegeldach
© Roman Daxböck

Vor vier Jahrzehnten wurde die Andreaskirche nach umfassender Sanierung neu geweiht. Rund 1.000 Menschen feierten damals mit, als Kardinal Franz König das Gotteshaus am 31. August 1986 weihte.

Am 31. August 1986 versammelten sich etwa 1.000 Menschen in und um die Andreaskirche, um die Weihe des restaurierten Gotteshauses mitzuerleben. Die Zeremonie leitete Kardinal Dr. Franz König, der aus dem Tal stammte, gemeinsam mit Abt Dr. Clemens Lashofer vom Stift Göttweig.

König verband mit der Kirche persönliche Erinnerungen aus seiner Kindheit. Als Volksschüler war er täglich zweimal auf seinem Weg nach Kirchberg an dem Gotteshaus vorbeigekommen. In seiner Festpredigt sprach er von „Heimatliebe und Glaubenstreue“, die das Renovierungswerk ermöglicht hätten.

Besonders würdigte der Kardinal P. Paulus Müllner, Pfarrer von Rabenstein, und Abteilungsinspektor Franz Steinwendtner für ihre Initiative und Ausdauer. Sein Dank galt auch den 220 verzeichneten Helfern, die rund 8.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet hatten, um die Kirche vor dem Verfall zu bewahren.

Jahrhundertelange Geschichte

Die Andreaskirche wird bereits im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. In ihrer heutigen Gestalt entstand sie im Jahr 1464. Über die Jahrhunderte wechselten mehrfach die Besitzverhältnisse.

Vor rund 400 Jahren überstand das Gotteshaus eine schwierige Phase während der Glaubenskämpfe. Damals war es für längere Zeit der einzige Ort in der Gegend, an dem katholische Gottesdienste stattfinden konnten. Trotz Beschädigungen und Plünderungen erholte sich die Kirche immer wieder dank der Verbundenheit der Menschen. Bis ins 19. Jahrhundert diente der Bereich um die Andreaskirche zudem als Begräbnisstätte.

Verfall und Schließung

Mit dem Bau der Marienkapelle in Tradigist im Jahr 1897 entstand ein neues kirchliches Zentrum in der Ortsmitte. Die Andreaskirche verlor dadurch an Bedeutung. Notwendige Reparaturen wurden immer schwieriger zu finanzieren und konnten nur noch vereinzelt durchgeführt werden.

Die beiden Weltkriege und die wirtschaftliche Not ließen die Erhaltung des Gebäudes weiter in den Hintergrund rücken. Lediglich Bittprozessionen und Gottesdienste am 30. November, dem Andreastag, erinnerten an das zunehmend baufällige Gotteshaus.

Schließlich war die Sicherheit der Besucher nicht mehr gewährleistet. Durch beschädigte Fenster und ein schadhaftes Dach drangen Wind, Regen und Schnee ein. Herabfallender Verputz und Mauerteile verursachten weitere Schäden. In den 1960er-Jahren musste die Kirche geschlossen werden.

Initiative zur Rettung

Franz Steinwendtner, der in Rabenstein an der Pielach wohnte und in Kirchberg arbeitete, fasste den Entschluss, die Kirche vor dem Verfall zu retten. Er konnte immer mehr Menschen für seine Idee gewinnen und war überzeugt, dass vieles Alte eine Restaurierung verdiene.

In P. Paulus Müllner fand er einen Mitstreiter mit derselben Einstellung. Beiden war klar, dass das Vorhaben auf eine breite Basis gestellt werden musste. So entstand das „Komitee zur Erhaltung der Andreaskirche“. Baufachleute und das Bundesdenkmalamt wurden eingebunden, die Finanzierung beruhte wesentlich auf Spenden.

Konzepte wurden ausgearbeitet, Materialien beschafft und zahlreiche freiwillige Helfer gewonnen. Bei gemeinsamen Aktionstagen am Wochenende, in kleineren Gruppen oder durch Einzeleinsätze fügte sich das Projekt Stück für Stück zusammen. Für viele Beteiligte wurde es zu einer Herzensangelegenheit.

Neues Leben im Gotteshaus

Der 31. August 1986 wurde zu einem Freudentag für die gesamte Bevölkerung. Mit der feierlichen Weihe war die Andreaskirche wieder zu einem lebendigen Gotteshaus geworden. Bald wurden dort wieder Hochzeiten gefeiert, Taufen gespendet, Prozessionen durchgeführt und Gottesdienste abgehalten.

Aufgrund ihrer besonderen Akustik entwickelte sich die Kirche zudem zu einem beliebten Veranstaltungsort für Musik. Chor-, Kammermusik- und Popkonzerte fanden seither regelmäßig statt. Am 6. September 1987 erhielt das Gotteshaus mit der „Andreasglocke“ ein neues Geläute. Die Patenschaft übernahm Franziska Schnabl.

Am 30. August 1992 weihte Abt Clemens im Rahmen eines Festgottesdienstes eine neue Orgel. Große Temperaturschwankungen setzten dem Instrument im Laufe der Jahre allerdings stark zu, sodass ein Abbau schließlich unumgänglich wurde. In den Jahren 2009 bis 2011 führten zahlreiche Helfer wichtige Drainagearbeiten und Verblechungen im Außenbereich durch, die das Gotteshaus seither vor Feuchtigkeit schützen.

Auftrag für die Zukunft

Der Idealismus der damaligen Restauratoren bleibt ein Auftrag an die heutige Generation, das besondere Gotteshaus auch in Zukunft in würdigem Zustand zu erhalten. Dabei gilt es, den „Kirchenvater“ Karl Scheikl in seinem Bemühen zu unterstützen, wenn Mithilfe notwendig ist.

Was vor 40 Jahren durch Zusammenhalt, Eigeninitiative und tausende freiwillige Arbeitsstunden gelang, bleibt bis heute beispielhaft.

Quelle: https://www.rabenstein.gv.at/40_Jahre_Kirchweihe_der_Andreaskirche_2

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