Angeklagter blieb erneut Drogenprozess in Krems fern

Ein 32-jähriger Iraker ist zum dritten Mal nicht zu seiner Verhandlung am Landesgericht Krems erschienen. Ihm wird vorgeworfen, an Versuchen zur Herstellung von Crystal Meth in einem Pfarrhof im Waldviertel beteiligt gewesen zu sein.
Am Montag wurde ein Verfahren nach dem Suchtmittelgesetz gegen einen 32-Jährigen am Landesgericht Krems neuerlich vertagt. Der Beschuldigte erschien laut Gerichtsangaben nicht zur Verhandlung. Es ist bereits das dritte Mal, dass der Mann fernblieb – zuvor war er schon am 23. Oktober 2025 und am 1. Dezember 2025 nicht erschienen. Gerichtssprecher Ferdinand Schuster zufolge wird nun eine zwangsweise Vorführung des Angeklagten geprüft.
Dem Iraker wird angelastet, sich an zwei Versuchen zur Drogenherstellung in einer Pfarrwohnung im Waldviertel beteiligt zu haben. Die Taten sollen sich am 13. Juli 2024 und in der Nacht auf den 21. Juli 2024 ereignet haben. Darüber hinaus soll der 32-Jährige Drogenausgangsstoffe in seiner eigenen Wohnung aufbewahrt haben. Juristisch wird ihm unerlaubter Umgang mit Drogenausgangsstoffen vorgeworfen.
Gescheiterte Produktion von Methamphetamin
Der Hauptbeschuldigte in dem Fall ist ein mittlerweile 40-jähriger früherer Priester aus Polen. Er soll gemeinsam mit einem 25-Jährigen im Juni und Juli 2024 verschiedene Drogenausgangsstoffe über das Internet bestellt haben. Konkret wurden zehn Liter Salzsäure, eineinhalb Liter Diethylether und drei Liter Aceton geordert. Die Substanzen wurden an eine Paketstation in Tschechien geliefert, von dort abgeholt und ins Waldviertel transportiert.
Laut Strafantrag sollte damit ein Kilo Crystal Meth produziert werden. Die Drogenausgangsstoffe wurden in der Pfarrwohnung des 40-Jährigen gelagert, wo auch die beiden Herstellungsversuche stattgefunden haben sollen. Nachdem die Produktion misslang, soll der Zweitangeklagte die Chemikalien vom 22. bis 25. Juli 2024 in seiner eigenen Wohnung aufbewahrt haben.
Zeuge brachte Ermittlungen ins Rollen
Ein Zeuge hatte in der Wohnung des 40-Jährigen Chemikaliengeruch wahrgenommen und Laborequipment entdeckt. Dies brachte die Ermittlungen in Gang. Nach einer Hausdurchsuchung im betroffenen Pfarrhof wurde der Fall im Juli 2024 medial bekannt, Festnahmen folgten. Laut einem Gutachten hätte die Herstellung von Crystal Meth mit den verwendeten Substanzen und der Anleitung ohnehin nicht funktioniert.
Drei Urteile bereits rechtskräftig
Im Prozess am 23. Oktober 2025 wurden der frühere Priester und ein 25-jähriger Mitangeklagter zu teilbedingten Haftstrafen verurteilt. Der Geistliche erhielt 22 Monate, davon 19 Monate bedingt. Der 25-Jährige bekam 15 Monate, davon 13 Monate bedingt. Die mehrmonatige Untersuchungshaft wurde jeweils angerechnet, sodass die Männer nicht ins Gefängnis mussten. Ein weiterer 25-Jähriger erhielt sechs Monate auf Bewährung. Alle drei Urteile sind bereits rechtskräftig.
Quelle: APA
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