Apfelernte in Steiermark bricht um ein Drittel ein

Mona HopfingerMona Hopfinger
Korb mit vielen roten Äpfeln auf Gras
© Valentyna Ivanova / Pexels (Symbolbild)

Frühjahrsfröste und extreme Trockenheit lassen die steirische Apfelernte heuer auf rund 90.000 Tonnen schrumpfen. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit 138.000 Tonnen, wie die Landwirtschaftskammer Steiermark am Donnerstag bekannt gab.

Kammerpräsident Andreas Steinegger und Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP) informierten bei einem Besuch am Obsthof Singer in der Oststeiermark über die dramatische Situation. Die anhaltende Dürre im Sommer und Frostschäden im Frühjahr seien die Hauptursachen für den Ernteeinbruch.

Steinegger appellierte an die Konsumenten, die heimischen Obstbauern durch ihre Kaufentscheidungen zu unterstützen. Viele Betriebe würden durch die Dürre „ans Limit und an die Existenzgrenzen“ gebracht. Eine Normalernte wie im Jahr 2025 sei mittlerweile die Ausnahme. Die Äpfel seien heuer zwar kleiner ausgefallen, die Versorgung in Österreich könne aber gesichert werden.

Land fördert Bewässerungssysteme mit 65 Prozent

Schmiedtbauer verwies auf die Landesförderung für Bewässerungsmaßnahmen, bei der 65 Prozent der Kosten übernommen werden. Seit Einführung der Förderung hätten rund 200 Betriebe über 8 Millionen Euro in Beregnungssysteme investiert. Mittlerweile könne etwa ein Drittel der Obstbaubetriebe seine Anbauflächen künstlich bewässern.

Die Familie Singer betreibt Wasservorsorge bereits seit Generationen. Vor 50 Jahren wurde der erste Speicherteich angelegt, der nun sanierungsbedürftig ist. Inzwischen verfügt der Betrieb über zwei weitere Speicherteiche, die für Frostberegnung und Bewässerung vor allem junger Bäume genutzt werden. Bei älteren Bäumen reichten die Wurzeln bereits tief genug, erklärte Josef Singer. Die Frostberegnung schützt die Blüten im Frühjahr vor tiefen Temperaturen. Verwendet wird unter anderem Regenwasser von Dachflächen.

Singer nannte den heurigen Sommer wegen anhaltender Trockenheit problematisch: Wasser müsse rationiert werden, die Beregnungsanlagen wären ohne Landesförderung nicht finanzierbar gewesen.

Frühere Ernte und optische Veränderungen

Viktoria Singer, die die Selbstvermarktung und den Hofladen betreibt, zeigte sich trotz der klimabedingten Herausforderungen optimistisch: „In Pessimismus versumpern ist nicht vorteilhaft.“ Die Bevölkerung erkenne zunehmend, wie aufwendig die Apfelproduktion sei, das werde mittlerweile auch geschätzt. Mit der Ernte habe man heuer rund zwei Wochen früher als üblich begonnen.

Josef Singer demonstrierte anhand zweier Äpfel der Sorten Golden Delicious und Elstar, wie sich Frost und Trockenheit auf das optische Erscheinungsbild auswirken. Manche Muster auf der Apfelschale stoßen bei Konsumenten und Handel auf Skepsis – dabei wirke sich der pflanzliche Stress auch positiv aus: Der Apfel entwickle mehr Antioxidantien. In Südafrika etwa gelten solche Äpfel als besonders schmackhaft.

Steiermark dominiert österreichischen Apfelanbau

Die Steiermark ist Österreichs Apfelland: 76 Prozent der heimischen Anbaufläche liegen dort, vor allem im Osten. Pro Kopf werden in Österreich rund 16 Kilogramm Äpfel konsumiert, heimische Äpfel decken rund 90 Prozent des Inlandsmarktes. Führende Sorten sind Gala (30 %), Golden Delicious (20 %), Evelina (15 %) sowie Braeburn und Elstar (je 5 %); den Rest teilen sich Jonagold, Kronprinz Rudolf und Fuji.
Rund 900 steirische Obstbauern kultivieren Äpfel auf 4.600 Hektar und sichern laut Landwirtschaftskammer rund 3.000 Jobs. Die kurzen Transportwege sprechen für sich: Ein steirischer Apfel reist rund 150 Kilometer in den Handel – einer aus Neuseeland rund 19.000.

Quelle: APA

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