APG plant 75 Kilometer neue Stromleitungen im Osten

Mathias FischerMathias Fischer
Netzausbau Ostösterreich mit Stromleitungen, Masten, Windrädern und Solaranlagen im Sonnenuntergang.
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Austrian Power Grid (APG) konkretisiert die „Netzverstärkung Ost“ in Niederösterreich und dem Burgenland. Rund 75 Kilometer neue Höchstspannungsleitungen sollen entstehen, 70 Kilometer bestehende Trassen werden abgebaut, so der ORF.

Die Austrian Power Grid (APG) treibt eines der größten Strominfrastrukturprojekte in Niederösterreich und dem Burgenland voran. Im Rahmen der „Netzverstärkung Ost“ sollen bestehende Leitungen erneuert, neue Höchstspannungsleitungen gebaut und Umspannwerke erweitert oder neu errichtet werden.

Insgesamt sind rund 75 Kilometer neue Leitungen geplant, davon 45 Kilometer in Niederösterreich. Gleichzeitig werden etwa 70 Kilometer bestehende Leitungen zurückgebaut, 40 Kilometer davon in Niederösterreich. Auf weiteren rund 16 Kilometern sollen leistungsfähigere Leiterseile zum Einsatz kommen.

140 neue Masten in Niederösterreich

In Niederösterreich entstehen rund 140 neue Strommasten. Die neuen Standard-Masten für 380 kV werden mit 68,5 Metern deutlich höher sein als die bisherigen Masten für 220 kV, die 42 Meter hoch sind.

Ein zentraler Teil des Vorhabens betrifft die Verbindung zwischen dem Umspannwerk Wien Südost und dem Raum Sarasdorf (Bezirk Bruck/Leitha), Trumau (Bezirk Baden) sowie weiter Richtung Burgenland. Bestehende 220-kV-Leitungen sollen teilweise abgetragen und durch leistungsfähigere 380-kV-Verbindungen ersetzt werden.

Mehr Windkraft und höherer Verbrauch

Der Ausbau soll mehrere Ziele erfüllen. Einerseits soll mehr Strom aus Windkraft und Photovoltaik in das überregionale Netz eingespeist werden können. Andererseits soll das Stromnetz für einen künftig höheren Verbrauch durch Haushalte, Wirtschaft und Industrie vorbereitet werden.

Auch die Netzstabilität im Osten Österreichs soll erhöht werden. Ein neuer Netzknoten ist unter anderem im Raum Trumau vorgesehen. Weiter östlich soll im burgenländischen Parndorf ein neues Umspannwerk entstehen.

Zwölf Infoveranstaltungen ab Mitte September

Von den Bauarbeiten betroffen sind die Gemeinden Bruck/Leitha, Höflein, Rohrau, Himberg, Ebergassing, Göttlesbrunn-Arbesthal, Moosbrunn, Trautmannsdorf, Götzendorf, Enzersdorf, Gramatneusiedl (alle Bezirk Bruck/Leitha), Münchendorf und Trumau (beide Bezirk Baden).

Zwischen 14. September und 1. Oktober sind insgesamt zwölf Veranstaltungen in Niederösterreich und im Burgenland geplant. Rund 38.000 Haushalte wurden per Post darüber informiert. Neben Projektverantwortlichen sollen auch Fachleute aus den Bereichen Technik, Umwelt und Recht für Fragen zur Verfügung stehen.

Baubeginn frühestens 2030

Das Projekt befindet sich noch in der Planungsphase. Die Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist für Ende 2027 vorgesehen. Mit dem Bau soll frühestens ab 2030 begonnen werden.

Bis dahin sollen die Planungen weiter konkretisiert werden. Eine zentrale Frage wird sein, wo neue Leitungen tatsächlich entstehen, wo bestehende Trassen weitergenutzt werden können und wie stark Anrainer und Grundeigentümer von neuen Maststandorten betroffen sein werden.

Bei der Neutrassierung wurde darauf geachtet, möglichst viel Abstand zu Siedlungen zu haben. Der geringste derzeit geplante Abstand eines neuen Leitungsmastes betrage in Einzelfällen rund 250 Meter, so die APG.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3369252/

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