Arbeitslosigkeit in Niederösterreich steigt um 7,7 Prozent

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Ende September waren in Niederösterreich 46.163 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet – ein Anstieg von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt das Bundesland deutlich über dem österreichweiten Durchschnitt von 2,5 Prozent.

Ende September verzeichnete das AMS Niederösterreich 46.163 arbeitslose Personen. Das entspricht einem Zuwachs von 3.289 Personen oder 7,7 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Österreichweit betrug der Anstieg lediglich 2,5 Prozent. Inklusive Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer befanden sich 56.613 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche, was einem Plus von 6,8 Prozent entspricht.

Die Zahl der unselbständig Beschäftigten in Niederösterreich lag Ende September bei geschätzten 664.000 Personen. Davon waren 298.000 Frauen und 366.000 Männer. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von 0,2 Prozent.

Die Arbeitslosenquote in Niederösterreich erreichte 6,5 Prozent und lag damit 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Österreichweit betrug die Quote 7,1 Prozent, was einem Anstieg von 0,1 Prozentpunkten entspricht.

Nachholeffekt nach robustem Vorjahr

Sandra Kern, Landesgeschäftsführerin des AMS Niederösterreich, erklärt die Entwicklung mit einem Nachholeffekt: „Trotz der österreichweiten wirtschaftlichen Erholung und den positiven konjunkturellen Vorlaufindikatoren im 2. Quartal 2026 steigt die Arbeitslosigkeit – insbesondere in Niederösterreich – weiter kräftig an. Wir sehen in Niederösterreich aktuell einen Nachholeffekt, nachdem wir im letzten Jahr lange sehr robust durch die Wachstumsschwäche gekommen sind.“

Gleichzeitig wurden bis Ende September 59.996 freie Stellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt – ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Kern betont, dass Angebot und Nachfrage häufig nicht zusammenpassen würden. Neben regionalen Unterschieden würden fehlende Qualifikationen das Matching erschweren. 18.993 Jobsuchende haben heuer bisher eine Schulung mit dem AMS begonnen.

Frauen und ältere Personen besonders betroffen

Die Arbeitslosigkeit stieg sowohl bei Frauen um 11,3 Prozent (plus 2.285 Personen) als auch bei Männern um 4,4 Prozent (plus 1.004 Personen). Bei Personen ab 50 Jahren erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 9,5 Prozent oder 1.462 Personen. Personen im Haupterwerbsalter verzeichneten einen Anstieg von 7,2 Prozent (plus 1.642 Personen). Bei Jugendlichen bis 24 Jahre war ein Zuwachs von 3,9 Prozent auf 4.887 Personen zu beobachten.

Gesundheitswesen und Handel stark betroffen

Nach Branchen betrachtet stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen überproportional um 11,7 Prozent (plus 178 Personen). In der öffentlichen Verwaltung erhöhte sie sich um 9,0 Prozent (plus 198 Personen) und im Handel um 8,5 Prozent (plus 690 Personen). Geringer fiel der Anstieg in der Herstellung von Waren (plus 5,6 Prozent), im Bauwesen (plus 4,2 Prozent) sowie in Beherbergung und Gastronomie (plus 3,8 Prozent) aus.

Gezielte Qualifizierung als Antwort

Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz betont die Bedeutung gezielter Qualifizierung: „Niederösterreich ist ein Flächenland. Es ist daher nur logisch, dass nicht jede Ausbildung und nicht jeder Arbeitsplatz überall gleichermaßen verfügbar sein kann. Umso wichtiger ist es, Menschen gezielt für jene Bereiche zu qualifizieren, in denen Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen.“ Das Land finanziere gemeinsam mit dem AMS Niederösterreich Maßnahmen wie die NÖ Bildungsförderung.

Offene Stellen gehen zurück

Ende September waren 12.666 freie Stellen beim AMS Niederösterreich gemeldet – ein Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am Lehrstellenmarkt zeigte sich mit 915 offenen Lehrstellen ein Minus von 2,3 Prozent.

In nahezu allen Branchen ging die Anzahl der offenen Stellen zurück. Besonders stark waren die Rückgänge im Bereich Verkehr und Lagerei (minus 28,9 Prozent), im Gesundheits- und Sozialwesen (minus 18,4 Prozent) sowie in Beherbergung und Gastronomie (minus 13,9 Prozent). Ein deutliches Plus verzeichneten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, vor allem Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung, mit einem Anstieg von 25,8 Prozent (plus 748 Stellen).

Bezirk Mistelbach: Arbeitslosigkeit steigt um zehn Prozent

Im Bezirk Mistelbach erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um zehn Prozent. Derzeit betreut das AMS Mistelbach 2.059 Arbeitslose und weitere 460 Personen in Schulungen. Marianne Majewsky, Geschäftsstellenleiterin des AMS Mistelbach, erklärt die Entwicklung ebenfalls mit einem Nachholeffekt nach dem robusten Vorjahr.

Bis Ende September wurden im Arbeitsmarktbezirk Mistelbach 1.726 freie Stellen besetzt – um 104 oder 6,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Majewsky betont, dass Angebot und Nachfrage häufig nicht zusammenpassen würden. 759 Jobsuchende haben heuer bisher eine Schulung mit dem AMS begonnen, was einem Anstieg von 10,6 Prozent entspricht.

Quelle: https://www.mistelbach.at/politik-buergerservice/presse/news/news-detail/artikel/arbeitslosigkeit-steigt-in-niederoesterreich-am-stae

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