Arbeitslosigkeit in NÖ steigt um 5,6 Prozent

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

In Niederösterreich waren Ende Juli 45.778 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,4 Prozent.

Ende Juli 2026 verzeichnete das AMS Niederösterreich 45.778 arbeitslose Personen. Das bedeutet einen Zuwachs von 2.438 Personen oder 5,6 Prozent im Vergleich zum Juli 2025. Österreichweit fiel der Anstieg mit 3,1 Prozent geringer aus. Gemeinsam mit Schulungsteilnehmern befanden sich 54.686 Personen auf Jobsuche, was einem Plus von 5,4 Prozent entspricht.

Die Zahl der unselbständig Beschäftigten in Niederösterreich wird auf 667.000 Personen geschätzt. Davon sind 300.000 Frauen und 367.000 Männer. Im Jahresvergleich ging die Beschäftigung um 0,2 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote beträgt in Niederösterreich 6,4 Prozent – um 0,3 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Im Bundesschnitt liegt sie bei 6,9 Prozent.

Dritter Anstieg in Folge erwartet

Sandra Kern, Landesgeschäftsführerin des AMS Niederösterreich, verweist auf regionale Arbeitsmarktprognosen, die für heuer einen Anstieg der Arbeitslosigkeit von über vier Prozent vorhersagen. „Damit wird die Arbeitslosigkeit das dritte Jahr in Folge steigen. Im kommenden Jahr sollte sich das Arbeitslosigkeitsniveau stabilisieren“, so Kern.

Sie sieht aber auch positive Entwicklungen: Die Zahl der arbeitssuchenden Jugendlichen steige nicht weiter an, und die Betriebe würden wieder mehr Personal suchen. Der Zugang an freien Stellen sei um 9,9 Prozent gestiegen.

Frauen und Ältere stärker betroffen

Bei Frauen nahm die Arbeitslosigkeit um 8,0 Prozent zu, bei Männern um 3,5 Prozent. Besonders stark betroffen sind Personen ab 50 Jahren mit einem Anstieg von 7,8 Prozent. Bei Personen im Haupterwerbsalter stieg die Arbeitslosigkeit um 5,2 Prozent. Bei Jugendlichen bis 24 Jahre stagniert die Zahl bei 4.476 Personen.

Nach Branchen verzeichnen wissenschaftliche und technische Dienstleistungen den stärksten Anstieg mit 10,9 Prozent, gefolgt von Gesundheits- und Sozialwesen mit 9,0 Prozent und der öffentlichen Verwaltung mit 7,7 Prozent. Im Bau sowie in Beherbergung und Gastronomie fiel der Zuwachs mit 4,9 beziehungsweise 3,1 Prozent moderater aus.

Landesrätin setzt auf Qualifizierung

Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz betont, dass die schwierige Wirtschaftslage den niederösterreichischen Arbeitsmarkt belaste. „Gerade deshalb setzen wir alles daran, unsere Landsleute bestmöglich zu unterstützen“, erklärt sie. Mit gezielten Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen wolle man die Voraussetzungen schaffen, damit Arbeitnehmer die Chancen eines wieder anziehenden Arbeitsmarktes nutzen könnten.

Rosenkranz unterstreicht, dass besonders Jugendliche, ältere Arbeitssuchende und andere vulnerable Gruppen verlässliche Unterstützung und echte Zukunftsperspektiven benötigten.

Offene Stellen gehen zurück

Aktuell sind beim AMS Niederösterreich 12.687 freie Stellen gemeldet – ein Rückgang um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am Lehrstellenmarkt stehen 965 offene Lehrstellen zur Verfügung, was einem Minus von 5,9 Prozent entspricht.

Besonders stark gingen die offenen Stellen im Handel zurück (-18,7 Prozent), in Beherbergung und Gastronomie (-17,6 Prozent) sowie in Verkehr und Lagerei (-14,5 Prozent). Einen Zuwachs verzeichnen die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit einem Plus von 7,3 Prozent.

Quelle: OTS

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