ARBÖ fordert neue Spritpreisbremse ab September

Der Autofahrerclub verlangt von der Bundesregierung eine klare Strategie nach dem Auslaufen der Spritpreisbremse. ARBÖ-Präsident Peter Rezar drängt auf Senkung der Mineralölsteuer und eine Margenbegrenzung.
Mit dem 1. September endet die Spritpreisbremse endgültig. Der ARBÖ verlangt nun von der Regierung eine Aussage, wie es danach weitergehen soll. „Es wäre fahrlässig, mitten in einer Krise ein Instrument, das sich bewährt hat, ersatzlos zu streichen“, sagt Peter Rezar, Präsident der ARBÖ-Bundesorganisation.
Die Treibstoffpreise bleiben auf sehr hohem Niveau. Der Autofahrerclub fordert daher eine neue Spritpreisbremse mit reduzierter Mineralölsteuer. Zudem soll garantiert werden, dass sinkende Großhandelspreise tatsächlich an die Konsumenten weitergegeben werden. Auch die Margenbegrenzung von fünf Cent pro Liter soll wieder eingeführt werden.
„Dieses Paket wäre eine wirksame Entlastung der österreichischen Autofahrer – im Besonderen der Pendler –, der Wirtschaft und der Landwirte“, erklärt Rezar. Die aktuelle Regelung mit einer reduzierten Mineralsteuer von ein bis zwei Cent spüren Autofahrer kaum in der Geldbörse, urteilt der ARBÖ-Präsident.
Österreich im EU-Vergleich teuer
Im August mussten Autofahrer für einen Liter Eurosuper durchschnittlich 1,784 Euro bezahlen, Diesel kostete 2,05 Euro pro Liter. Das zeigt eine Erhebung vom 24. August 2026. Die Preise liegen damit weiterhin auf sehr hohem Niveau.
Im europäischen Vergleich ist Tanken in Österreich teuer: In allen EU-Nachbarstaaten – außer in Deutschland und Italien – kostet Sprit weniger. In Polen beispielsweise kosten ein Liter Eurosuper nur 1,48 Euro und Diesel lediglich 1,68 Euro aufgrund von staatlichen Preiseingriffen.
„Von solchen Preisen können die österreichischen Autofahrer aktuell nur träumen“, sagt Rezar. Die Ländervergleiche zeigten, dass Instrumente zur Eindämmung der Spritpreise funktionieren, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.
ARBÖ unterstützt Übergewinnsteuer
Die acht größten Ölkonzerne haben zwischen April und Juni 2026 zusammen knapp 93 Milliarden Dollar (79,3 Mrd. Euro) Gewinn erzielt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum haben sie ihre Gewinne damit nahezu verdoppelt.
Diese Zahlen verdeutlichen laut Rezar, dass die Initiative von sechs europäischen Staaten – darunter auch Österreich – zur Einhebung einer Übergewinnsteuer bei Mineralölkonzernen auf EU-Ebene absolut gerechtfertigt ist. Mit diesen zusätzlichen Mitteln könnten Entlastungsmaßnahmen wie eine Senkung der Mineralölsteuer oder eine Erhöhung des Pendlerpauschales gegenfinanziert werden.
Bis es zu einer Behandlung dieses Themas auf EU-Ebene kommt, wird es allerdings noch dauern. Die Realisierung dieser Idee bei den aktuellen politischen Mehrheitsverhältnissen in der EU ist fraglich, so Rezar. In Portugal wurde eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne bereits umgesetzt. Dies zeige, dass solche Lösungen auch auf einzelstaatlicher Ebene möglich seien.
Kritik an „Preis-runter-Garantie“
Die von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer propagierte „Preis-runter-Garantie“ verfehle auf jeden Fall ihre Wirkung, wie die Autofahrer täglich an den Tankstellen bemerkten. Dass die Ölmultis und die Mineralölraffinerien sinkende Preise nicht an die Konsumenten weitergeben, konnte in den vergangenen Wochen und Monaten laufend beobachtet werden und zeigt sich auch in den Bilanzen der großen Konzerne, führt Rezar abschließend aus.
Quelle: https://www.arboe.at/medien/news/spritpreisbremse-arboe-fordert-loesung
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