Ardo lehnt Verkauf ab – Werk schließt Mitte 2027

Mathias FischerMathias Fischer
Österreich: Verlagerung Strukturprobleme, geschlossenes Werk bis Mitte 2027
© Mit KI (Gemini) generiert

Der belgische Gemüseverarbeiter Ardo hält an der Schließung seines Werks in Groß-Enzersdorf fest. Nach der heurigen Ernte erfolgt ein schrittweiser Abzug bis Mitte 2027, so der ORF.

Der Gemüseverarbeiter Ardo hat am Mittwoch bei Gesprächen in Wien bekräftigt, dass die Produktionsstätte in Groß-Enzersdorf geschlossen wird. Die Ernte des laufenden Jahres soll noch verarbeitet werden, danach ist ein stufenweiser Rückzug geplant. Die Produktionsanlagen werden an einen anderen europäischen Standort des Unternehmens verlegt. In Österreich bleibt künftig nur der Vertrieb bestehen.

An den Verhandlungen nahmen unter anderem Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) sowie Vertreter der Landwirtschaftskammer teil. Bund und Land hatten zuvor finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. Auch zwei private Investoren hatten Interesse an einer Übernahme des Werks bekundet.

Strukturelle Herausforderungen als Begründung

Das Unternehmen bestätigte, dass es von potenziellen Käufern kontaktiert worden sei. Ein Verkauf sei „eingehend geprüft“ worden. Der Standort sehe sich jedoch mit strukturellen geschäftlichen Problemen konfrontiert, darunter eine Kostenstruktur, die im Vergleich zu Produktionsstätten in Mittel- und Osteuropa „deutlich weniger wettbewerbsfähig“ sei.

Jeder neue Eigentümer würde vor denselben grundlegenden Schwierigkeiten stehen, einschließlich der Notwendigkeit, das Werk mit erheblichem Kostenaufwand zu modernisieren. Ardo glaubt nicht, dass ein Käufer das Werk „angesichts dieser Herausforderungen realistisch gesehen wieder in die Gewinnzone führen könnte“. Das Unternehmen werde diese Möglichkeit daher nicht weiterverfolgen.

Unterstützungsmaßnahmen abgelehnt

Auch die angebotenen Unterstützungsmaßnahmen für den Standort seien „sorgfältig geprüft“ worden, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme von Ardo nach den Gesprächen am Mittwoch. Diese würden die „strukturellen wirtschaftlichen Herausforderungen des Werks nicht beheben“ und das Unternehmen möglichen rechtlichen und finanziellen Risiken aussetzen. Auch diese Option werde nicht weiterverfolgt.

Der Konzern will sich nun auf einen Sozialplan für die Beschäftigten konzentrieren. Zudem sollen Gespräche geführt werden, wie die Auswirkungen der geplanten Schließung für die Landwirte abgefedert werden können.

Politik kritisiert fehlende Kompromissbereitschaft

Von politischer Seite sowie der Landwirtschaftskammer wurde kritisiert, dass Ardo weiter „jede Kompromissbereitschaft vermissen“ lasse. Man wolle die Gespräche mit dem Unternehmen fortsetzen und auch direkt mit den belgischen Eigentümern in Kontakt treten. Die Unterstützungsangebote von Bundes- und Landesregierung würden „weiter aufrecht“ bleiben.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3374287/

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