Ardo-Schließung: Bund und Land bieten Hilfe an

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach der angekündigten Werksschließung in Groß-Enzersdorf haben Bund und Land Niederösterreich dem Tiefkühlproduzenten Ardo Unterstützung für den Standorterhalt angeboten. Details zu den Gesprächen am Mittwoch blieben vertraulich.

Im Landwirtschaftsministerium fand am Mittwochnachmittag ein Treffen mit der Konzernspitze von Ardo statt. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Niederösterreichs Landesvize Stephan Pernkopf (beide ÖVP) und Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, teilten in einem gemeinsamen Statement mit, dass Bundesregierung und Landesregierung Unterstützung für den Erhalt des Standorts angeboten hätten. Weitere Inhalte des Gesprächs seien vertraulich, betonten die Vertreter.

Ein Sprecher von Ardo Austria Frost bestätigte, dass bei einem Treffen mit Vertretern der Landwirtschaft und des Landes die jeweiligen Standpunkte zur angekündigten Schließung ausgetauscht worden seien. Über den Inhalt des Treffens sei Stillschweigen vereinbart worden.

Sozialplan für Betroffene in Arbeit

Das Unternehmen hielt fest, dass der Informations- und Konsultationsprozess mit den Arbeitnehmervertretern wie angekündigt fortgesetzt werde. Ardo lege großen Wert darauf, diesen Prozess verantwortungsbewusst durchzuführen und die betroffenen Mitarbeiter durch einen angemessenen Sozialplan zu unterstützen.

Die Gewerkschaft GPA NÖ fordert neben einer Weiterführung des Standorts eine permanente Arbeitsstiftung in Niederösterreich. „Niederösterreich braucht jetzt eine landesweite Arbeitsstiftung, damit Betroffene bei einer Insolvenz rasch und unbürokratisch Zugang zu Ausbildung und neuen beruflichen Chancen erhalten“, sagte Geschäftsführer Michael Pieber. Wer gerade seinen Arbeitsplatz verloren habe, dürfe nicht auch noch auf die Politik warten müssen.

Schließung für 2027 angekündigt

Die belgische Ardo-Gruppe hatte am Donnerstag der Vorwoche angekündigt, das Werk in Groß-Enzersdorf im Jahr 2027 zu schließen. Von der Schließung sind 190 Beschäftigte betroffen, für die ein Sozialplan ausgearbeitet wird. Hinzu kommen 50 Leiharbeitskräfte. Nötige Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro für die Modernisierung seien für einen relativ kleinen heimischen Markt zu hoch, begründete das Unternehmen die Pläne. Die Anlagen sollen an andere bestehende Standorte verlagert werden.

Das Unternehmen hat heuer in Niederösterreich die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für Ardo produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.

Kritik von Neos

Aus Sicht der niederösterreichischen Neos ist die Schließung des Ardo-Werks ein Warnsignal. Die Landesparteivorsitzende Indra Collini hielt am Mittwoch fest, dass die Partei seit Jahren davor warne, dass die Landesregierung mehr tun müsse, um Standort und Arbeitsplätze zu sichern. „Anteilnahme allein ist zu wenig. Was jetzt zählt, sind niedrigere Kosten, schnellere Verfahren und weniger Bürokratie“, so Collini.

Quelle: APA

Worüber spricht Niederösterreich morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.