Ardo verhandelt Sozialplan für 190 Mitarbeiter

In Groß-Enzersdorf laufen die Gespräche über einen Sozialplan für die Beschäftigten des Tiefkühl-Produzenten Ardo. Das Werk soll im August 2027 endgültig schließen, die heurige Ernte wird aber noch vollständig verarbeitet.
Die Verhandlungen über einen Sozialplan für die Belegschaft des Tiefkühl-Produzenten Ardo in Groß-Enzersdorf sind am Mittwoch fortgesetzt worden. Ursprünglich war die Gesprächsrunde für Freitag geplant gewesen, wurde nun aber um zwei Tage vorgezogen. Die Gewerkschaft hatte nach einem ersten Angebot Verbesserungen verlangt. Von der geplanten Werksschließung sind 190 Beschäftigte betroffen, dazu kommen 50 Leiharbeitskräfte.
Die diesjährige Ernte soll noch komplett verarbeitet, verpackt und zum Teil bis weit ins kommende Jahr gelagert werden, bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber der APA. Die endgültige Schließung des Standorts ist für August 2027 vorgesehen.
Produktion wird schrittweise eingestellt
Nach dem Zeitplan des Unternehmens endet die Tiefkühlgemüse-Produktion mit Jahresende, die Nudel-Linie folgt im Frühling. Die Logistik soll dann schrittweise bis zum zweiten Quartal 2027 geschlossen werden. Das Werk produziert unter anderem für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar.
Mehrere Interessenten für Übernahme
Parallel laufen Gespräche über alternative Lösungen zum Erhalt der österreichischen Tiefkühlgemüse-Produktion. Es gebe mehrere ernsthafte Interessenten, die das Geschäftsfeld übernehmen könnten, teilte die niederösterreichische Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) schriftlich mit. „Wie sich die Situation tatsächlich entwickeln wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen“, so Rosenkranz. Man stehe in engem Austausch mit dem AMS, um auf mögliche Entwicklungen vorbereitet zu sein und die betroffenen Arbeitnehmer bestmöglich zu unterstützen.
Auswirkungen auf Marchfeld-Landwirtschaft
Die geplante Schließung hat bereits Folgen für die Landwirtschaft im Marchfeld. Der Herbstanbau von Winterspinat für die Frühjahrsernte wurde nicht durchgeführt. Das Werk des belgischen Unternehmens verfügt über die einzige Anlage österreichweit für Blattgemüse. Heimischer Tiefkühlspinat dürfte daher voraussichtlich maximal bis Oktober 2027 in den Supermarktregalen verfügbar sein.
Quelle: APA
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