Ardo-Werk: Treffen am Mittwoch – Investoren zeigen Interesse

Mathias FischerMathias Fischer
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Nach der angekündigten Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf findet am Mittwoch ein weiteres Gespräch zwischen dem Unternehmen sowie Vertretern aus Politik und Landwirtschaft statt. Laut Medienberichten haben zwei österreichische Investoren Interesse an einer Übernahme bekundet.

Das belgische Unternehmen Ardo, das als Zulieferer für Iglo tätig ist, will am Mittwoch erneut mit politischen Vertretern und der Landwirtschaft zusammenkommen. Seit der Vorwoche liegt ein Unterstützungsangebot von Bund und Land auf dem Tisch, konkrete Details wurden bisher nicht kommuniziert. Wie der "Kurier" berichtet, sollen zwei heimische Investoren ihr Interesse an der Übernahme des Standorts signalisiert haben.

In einer schriftlichen Stellungnahme vom Dienstag betonte Ardo, man setze sich für einen offenen Dialog über die geplante Schließung ein. Bei der Zusammenkunft am Mittwoch würden den Regierungsvertretern weitere Informationen zur Verfügung gestellt. Bis dahin werde es keine weiteren Stellungnahmen geben, hieß es.

Politische Unterstützung für Standorterhalt

Stephan Pernkopf (ÖVP), Landesvize von Niederösterreich, hatte gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) und Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, am Mittwoch der Vorwoche Unterstützung für den Erhalt des Standorts angeboten. „Heimisches Gemüse raus, belgisches rein ist zu einfach gedacht und wird auch nicht funktionieren“, erklärte Pernkopf. Man kämpfe für die heimische Wirtschaft und Arbeitsplätze, für die Bauern und für heimisches Gemüse in den Regalen.

Übernahmeabsicht bereits in der Vorwoche mitgeteilt

Laut einem Onlinebericht des "Kurier" haben zwei österreichische Investoren Interesse bekundet. Bereits in der Vorwoche sei Ardo die Absicht mitgeteilt worden, das Werk, die Liegenschaft, die Beschäftigten und die Lieferanten zu übernehmen. Eine Antwort aus der belgischen Unternehmenszentrale habe es bis Dienstagnachmittag jedoch nicht gegeben.

ÖGB fordert Prüfung aller Optionen

Der ÖGB Niederösterreich setzte sich am Dienstag für den Standorterhalt ein. Aus Sicht des Landesvorstandes sei Ardo in die Verantwortung zu nehmen, den österreichischen Standort nicht aufgrund von reinem Profitdenken auszuhöhlen. Alle wirtschaftlich und organisatorisch möglichen Optionen müssten geprüft werden. Gemeinsam mit den Beschäftigten, dem Betriebsrat und den landwirtschaftlichen Partnerbetrieben sollten tragfähige Zukunftsperspektiven entwickelt werden. Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit dürften der Profitmaximierung nicht zum Opfer fallen, hieß es in einer Aussendung.

Das Ardo-Tiefkühlgemüsewerk in Groß-Enzersdorf produziert unter anderem für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar.

Schließung für 2027 angekündigt

Die belgische Ardo-Gruppe hatte Ende September angekündigt, das Werk in Groß-Enzersdorf im Jahr 2027 zu schließen. Von der Schließung sind 190 Beschäftigte betroffen, für die ein Sozialplan ausgearbeitet wird. Hinzu kommen 50 Leiharbeitskräfte. Nötige Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro für die Modernisierung seien für einen relativ kleinen heimischen Markt zu hoch, begründete das Unternehmen die Pläne. Die Anlagen sollen an andere bestehende Standorte verlagert werden.

Das Unternehmen hat heuer in Niederösterreich die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für Ardo produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.

Quelle: APA

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