Arge Alp fordert schnellere Genehmigungen für Wasserkraft

Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer verlangt raschere Bewilligungen für Wasserkraft- und Stromnetzprojekte. Die Alpenregionen seien die „Batterien Europas“, betonten die Regierungschefs nach ihrer Konferenz am Freitag in Bregenz.
Die Arge Alp will das Tempo bei der Genehmigung von Wasserkraft- und Stromnetzprojekten erhöhen, um die Energiewende zu beschleunigen. Nach der Regierungschefkonferenz unter Vorarlberger Vorsitz in Bregenz bezeichneten Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher und St. Gallens Regierungsrat Marc Mächler die Alpenregionen als „Batterien Europas“.
Das Thema müsse auf der europäischen Agenda bleiben, erklärte Wallner zur verabschiedeten Energie-Resolution, die sich an EU und nationale Regierungen richtet. „Ohne die Alpenspeicher wird die Energiewende in Europa nicht funktionieren“, so der Landeshauptmann. Die Regionen zeigten sich unzufrieden mit dem Fortschritt auf nationaler Ebene. Schließlich gehe es um Standortpolitik, Versorgungssicherheit und Energieunabhängigkeit Europas. Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) betonte per Aussendung, für mehr saubere Energie seien neue Kompromisse nötig, um die Energieziele zu erreichen.
Resolution zu Wasserknappheit beschlossen
Die Mitgliedsregionen verabschiedeten außerdem eine Resolution zur resilienten Wasserversorgung. Darin wird die durch den Klimawandel zunehmende Wasserknappheit und mögliche Versorgungsengpässe thematisiert. Die Souveränität über Wasserressourcen sei nicht in allen Mitgliedsregionen gleich stark ausgeprägt, bei Wassermangel werde mehr Solidarität nötig sein. Man befinde sich „in einem Spannungsfeld“, sagte Wallner.
Auch Mächler hob hervor: „Wasser wird ein ökonomisches Gut.“ Interessenkonflikte würden zunehmen. Deshalb müsse man sich verstärkt mit Verfügbarkeit und Bewirtschaftung von Wasserressourcen auseinandersetzen. Erforderlich sei zudem ein Infrastrukturausbau, etwa bei Speichermöglichkeiten. Helikopterflüge zur Versorgung trockengefallener Alpen wie in diesem Sommer könnten keine Dauerlösung darstellen.
Berglandwirtschaft und Wolfspopulation
Traditionell stand auch die Zukunft der Berglandwirtschaft auf der Agenda. Kompatscher unterstrich, man wolle sicherstellen, dass deren Interessen in der EU-Agrarpolitik (GAP) auch künftig Berücksichtigung fänden, es gehe nicht zuletzt um Mittel zur Klimawandelanpassung. Laut Wallner hätten die Alpenregionen „mit Besorgnis“ eine Zunahme der Wolfspopulationen registriert. Inzwischen gebe es dank eines gemeinsamen Monitorings aber eine bessere Datenlage, auch die Instrumente gegen Beutegreifer seien überall verschärft worden.
In der Arge Alp arbeiten neben den drei österreichischen Bundesländern Vorarlberg, Salzburg und Tirol das Trentino und Südtirol, Bayern sowie die Lombardei und die Schweizer Kantone Tessin, Graubünden und St. Gallen zusammen. Im Rahmen der Konferenz wurde der Vorsitz an Bayern übergeben. Die Arbeitsgemeinschaft wurde 1972 in Telfs/Mösern in Tirol gegründet.
Quelle: APA
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