Ars Electronica Center feiert 30-jähriges Bestehen

Das Ars Electronica Center in Linz wird 30 Jahre alt. Bei der Eröffnung 1996 verfügte das Haus über 169 Computer und 50 Kilometer Kabel, so der ORF.
Das Ars Electronica Center (AEC) in Linz wurde vor drei Jahrzehnten eröffnet. Damals präsentierte das Museum auf fünf Stockwerken neue Technologien aus Multimedia, Telemedia und Cybermedia. 169 Computer – vom einfachen PC bis zum größten Grafikrechner des Landes – waren im Einsatz, verbunden durch 50 Kilometer elektrische Leitungen.
Die Eröffnung fand in einer Zeit statt, als es weder WLAN noch Cloud-Computing gab. Smartphones, soziale Medien, Streaming und Chatbots existierten noch nicht. Wie das AEC auf seiner Website festhält: „Kein Mensch hatte je etwas gegoogelt“.
Prototypen und Experimente
Viele Projekte, die im AEC wie Science-Fiction wirkten, sind heute Alltag. Das Haus entwickelte zahlreiche Prototypen. Der US-Künstler Ken Goldberg schuf zusammen mit dem Futurelab den „Telegarden“. Von 1996 bis 2004 konnten Menschen weltweit über einen internetgesteuerten Roboterarm rund um die Uhr einen Garten pflegen. Die Telegärtnerinnen und Telegärtner trafen sich sogar persönlich zu Treffen in Linz.
Ein weiterer Besuchermagnet war der Flugsimulator „Humphrey“. Besucherinnen und Besucher trugen einen speziellen Anzug mit einer am Kopf befestigten Anzeige. In Flugpositionen schwebend navigierten sie durch Körperbewegungen in einer Virtual-Reality-Umgebung.
Von Cave zu Deep Space 8K
Das Futurelab präsentierte 1996 den weltweit ersten öffentlich zugänglichen Cave (Cave Automatic Virtual Environment). Die immersive Virtual-Reality-Installation projizierte 3D-Bilder auf drei Seiten sowie den Boden eines Würfels mit drei Metern Seitenlänge. Als Nachfolger wurde 2009 der Deep Space eröffnet, der 2015 zum Deep Space 8K weiterentwickelt wurde.
Für das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2009 ließ die Stadt Linz das AEC um 30 Millionen Euro ausbauen. Das Museum war 1996 für 180 Millionen Schilling – umgerechnet gut 13 Millionen Euro – errichtet worden. An die gläserne Hülle wurden 40.000 Leuchtdioden angebracht, die das Gebäude nachts in verschiedenen Farben leuchten lassen.
Mission und Team
Auf 6.500 Quadratmetern Fläche befinden sich heute interaktive Ausstellungen, Testräume, ein Medienarchiv sowie das Entwicklungslabor Futurelab. Mehr als 200 Personen bilden das Team des AEC. Laut Stocker, der das Haus seit der ersten Stunde führt, hat die Institution vor allem einen Anspruch: „Damit technologischer Fortschritt auch zum gesellschaftlichen Fortschritt beiträgt, müssen wir grundlegende Fragen immer wieder neu stellen und beantworten – genau darin liegt die Mission von Ars Electronica.“
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