Asbest vor Kinderkrippe in Oberwart nachgewiesen

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Greenpeace hat direkt vor der städtischen Kinderkrippe in Oberwart eine massive Asbestbelastung festgestellt. Laut Laboranalyse enthalten die getesteten Materialproben 20 bis 50 Prozent Asbest. Die Umweltorganisation fordert eine sofortige Sperrung und Sanierung des Areals.

Eine Laboranalyse von Greenpeace belegt eine hohe Asbestbelastung unmittelbar vor der städtischen Kinderkrippe Oberwart. Die untersuchte Probe aus drei Stichproben weist laut Laborbericht einen Asbestanteil zwischen 20 und 50 Prozent auf. Die Krippenleitung wurde bereits informiert.

Stadtgemeinde und Landesregierung wissen seit Monaten, dass vor der Einrichtung Asbestbrocken offen herumliegen. Greenpeace verlangt von Bürgermeister Georg Rosner, das betroffene Gelände umgehend abzusperren und schnellstmöglich zu sanieren. Zudem müsse die Kinderkrippe einer Grundreinigung unterzogen werden, da vermutlich auch Fasern ins Innere gelangt seien.

„Hier spielen seit Monaten Kleinkinder mit brüchigen Asbestbrocken – wir haben dokumentiert, dass die belasteten Steine vor Bäumen in der Wiese gesammelt wurden. Ebenso haben wir krebserregende Asbestfasern auf der hüfthohen Sockelleuchte vor der Krippe nachgewiesen. Das zeigt, dass Fasern in der Atemluft gelandet sind. Bürgermeister Georg Rosner muss das Areal umgehend sperren und rasch sanieren“, sagt Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams von Greenpeace Österreich.

Besonders gefährlich für Kleinkinder

Für Kleinkinder stellen Asbestfasern eine enorme Gesundheitsgefahr dar. Die belasteten Steine liegen zwischen Krippe und Gehweg frei zugänglich. Kinder greifen die Steine, tragen sie herum und schlagen sie beim Spielen gegeneinander. Dadurch werden feine Asbestfasern freigesetzt, die beim Einatmen schwere Lungenschäden verursachen können. Der Körper kann Asbestfasern nicht abbauen – oft lösen sie erst Jahrzehnte später tödliche Erkrankungen wie Asbestose oder Brustfellkrebs aus.

Mehrere belastete Flächen in Oberwart

Die Krippe ist kein Einzelfall. Bereits im Winter belegten Luftmessungen der Taskforce „Vorsorge Luftabklärung“ vor Krankenhaus und Rathaus trotz Nässe und Luftfeuchtigkeit eine hohe Asbestfaserbelastung. Im trockenen Sommer wurde nicht nachgemessen. Allein in Oberwart meldeten Bürger acht belastete Flächen an Greenpeace. An neun Stellen nahm die Organisation selbst Proben. Saniert wurde bisher nur die Fläche vor einer Hofer-Filiale. Hinter dem Krankenhaus wurde der Schotter lediglich mit Sand abgedeckt. Erste Bewohner haben Greenpeace berichtet, aus Sorge vor gesundheitlichen Folgen aus Oberwart wegziehen zu wollen.

„Die Supermarktkette Hofer hat den Schotter vor ihrer Filiale in Oberwart sofort abdecken und fachgerecht entfernen lassen. Der Bürgermeister von Bad Tatzmannsdorf hat nach unserer Meldung die Asbestflächen in seiner Gemeinde sanieren lassen. Genau das erwarten wir jetzt auch von Bürgermeister Rosner und der burgenländischen Landesregierung: Sie müssen umgehend sanieren und endlich erheben, wo überall asbestbelastetes Material liegt“, fordert Stadler.

Den vollständigen Laborbericht stellt Greenpeace unter https://act.gp/Kinderkrippe-Laborbericht zur Verfügung. Eine Karte aller Asbestfunde und eine Meldestelle finden sich unter https://maps.greenpeace.org/maps/gpcee/austria-asbestos/.

Quelle: OTS

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