Asiatische Hornissen: Nester in Vorarlberg entdeckt

In Vorarlberg wurden mehrere Nester der invasiven asiatischen Hornisse gefunden. In den Dornbirner Stadtteilen Wallenmahd, Kehlegg und Grundegg konnten nach dreiwöchiger Suche jeweils Nester lokalisiert werden, so der ORF.
Nach dreiwöchiger Suche wurden in den Dornbirner Stadtteilen Wallenmahd, Kehlegg und Grundegg jeweils ein Nest der asiatischen Hornisse ausfindig gemacht. Die Nester sollen vernichtet werden, um die Ausbreitung der invasiven Art einzudämmen. Bei zwei der Nester rückt bereits am Donnerstag der Schädlingsbekämpfer an.
Nachweise der asiatischen Hornisse gibt es laut Land Vorarlberg außer in Dornbirn auch in Dafins. Die Nestsuche blieb dort bisher jedoch erfolglos. In Feldkirch Tisis wurde an der Grenze zu Liechtenstein ein totes Exemplar gefunden, weitere Tiere konnten dort aber nicht nachgewiesen werden.
Markierung und Ortung der Nester
Imker Martin Alfare lockt die Tiere mit einer Mischung aus Wein, Bier und Süßem an und markiert sie anschließend. Anhand der Zeit zwischen zwei Besuchen am Locktopf lässt sich die Entfernung zum Nest abschätzen. Nach Sichtungen fängt er einzelne Tiere ein und versieht sie mit einem Sender, um das Nest näher zu lokalisieren.
Auch wenn man herausfinde, wo sich ungefähr ein Nest befinde, sei die genaue Lokalisierung schwierig, erklärt Alfare. Die kleinen Primärnester im Frühjahr seien noch gut auffindbar. Die Sekundärnester im Hochsommer befinden sich aber weit oben in Baumkronen.
Bis zu 2.000 Tiere pro Nest
In den Sekundärnestern leben 1.500 bis 2.000 Tiere. Bis sie entdeckt werden, sind die 150 bis 200 Jungköniginnen oft schon ausgeflogen. Da die Nester hoch oben in den Baumkronen hängen, ist ihre Entfernung sehr aufwendig.
Das Land Vorarlberg arbeitet eng mit einem Schädlingsbekämpfer und dem Imkerverband zusammen, um die Nester möglichst rasch zu entfernen. Sobald die Arbeiten in Dornbirn abgeschlossen sind, will das Land ausführlicher über die Nachweise und die getroffenen Maßnahmen informieren.
Gefahr für Bienenvölker
Die asiatischen Hornissen stellen vor allem eine Gefahr für Bienenvölker dar. Sie ernähren sich bis zu 80 Prozent von Honigbienen. Bei der Nahrungsaufnahme seien die Hornissen nicht gefährlicher als jede Wespe, sagt Alfare. Für Menschen ist ihr Gift grundsätzlich nicht bedrohlicher als das ihrer einheimischen Verwandten.
Der Stachel der asiatischen Hornisse sei aber eineinhalb Mal so lang wie der von europäischen Hornissen, erklärt der Imker. Und die Tiere verfügen über einen Alarmmodus: Sobald sie Gefahr für das Nest wahrnehmen, gehen sie massenhaft zum Angriff über. Nester sollten daher keinesfalls von Laien entfernt werden. Die Hornissen stechen nicht nur zu, sie spritzen auch mit dem Gift um sich.
Erstmals im Juni in Vorarlberg gesichtet
Im Juni wurde die invasive Art erstmals in Vorarlberg gesichtet. Damals wurden zwei kleine Primärnester in Lustenau entdeckt. Im Juli und August wurden immer wieder Sichtungen in Dornbirn gemeldet.
Die Tiere sind per Schiff aus China nach Europa gekommen, erklärt Elisabeth Ritter von der Inatura. Erstmals sei sie 2005 in Frankreich aufgetaucht. Die asiatische Hornisse sei sehr flexibel was den Lebensraum und das Nahrungsangebot anbelange, sagt die Biologin. Sie habe auch keine Fressfeinde.
Meldungen an die Inatura erbeten
Funde sollen mit Foto an die Inatura in Dornbirn gemeldet werden. Es gebe täglich Meldungen, bestätigt Biologin Ritter. Allerdings handle es sich nicht bei allen Funden dann auch tatsächlich um asiatische Hornissen. Es gebe immer wieder Menschen, die die Tiere erkennen und melden, sagt Alfare. „Dann können wir relativ früh eingreifen.“
Die Art in Europa komplett auszurotten, sei vermutlich nicht mehr möglich, sagt Imker Alfare. Aber es sei wichtig, die Ausbreitung einzudämmen.
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