Asylerstanträge in Österreich auf Tiefststand gesunken

Mona HopfingerMona Hopfinger
Österreich-Karte mit Grafik, Tiefststand, 223 und 67% Rückgang, 7 Bundeseinrichtungen
© Mit KI (Gemini) generiert

Im August 2026 wurden in Österreich nur 223 Asylerstanträge registriert. Das entspricht einem Rückgang von knapp 67 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, als noch 675 Erstanträge gestellt wurden.

Die Zahl der Asylerstanträge in Österreich ist im August 2026 auf einen historischen Tiefstand gefallen. Mit 223 Erstanträgen wurde ein Rückgang von knapp 67 Prozent im Vergleich zum August 2025 verzeichnet, als noch 675 Erstanträge eingereicht wurden.

Insgesamt wurden im August 769 Asylanträge – inklusive Folgeanträge – gestellt. Im Vergleichsmonat des Vorjahres waren es noch 1.456 Anträge, was einem Minus von mehr als 47 Prozent entspricht. Von Jänner bis August 2026 wurden österreichweit 6.512 Asylanträge eingebracht, während es im selben Zeitraum 2025 noch 11.898 waren. Das bedeutet einen Rückgang um mehr als 45 Prozent.

Die meisten Anträge im August stammten von Syrern (231), wobei der Großteil davon in Österreich geborene Kinder betraf.

Innenminister sieht Erfolg bei Migrationsbekämpfung

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) erklärte, die illegale Migration werde weiter massiv zurückgedrängt und führe zu einer deutlichen Entlastung. Dies sei kein Grund zum Jubeln, sondern Auftrag, weitere Schritte zur nachhaltigen Absicherung zu setzen. Österreich arbeite gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Griechenland an der raschen Umsetzung von Asylverfahren und Rückkehrzentren in Staaten außerhalb Europas.

Familiennachzug weiterhin ausgesetzt

Der vorübergehende Stopp des Familiennachzuges zeigt laut Innenministerium nach wie vor Wirkung und entlastet das Bildungs-, Integrations- und Sozialsystem. Von Jänner bis August 2025 erfolgten noch 979 Einreisen im Rahmen des Familiennachzugs, im selben Zeitraum 2026 waren es lediglich 60 Einreisen – ausschließlich für absolute soziale Härtefälle.

Der Familiennachzug wurde per Verordnung mit Anfang Jänner für weitere sechs Monate ausgesetzt und wird künftig einer Quote unterliegen. Die erste Quote soll sehr gering ausfallen.

Schlepperrouten verlagert

Die stark rückläufige Zahl der Aufgriffe in den vergangenen beiden Jahren zeige laut Ministerium, dass die Schlepperrouten auch im Osten Österreichs nachhaltig zerschlagen werden konnten. Sie hätten sich auf die sogenannte Balkan-Küstenroute verlagert – und damit an Österreich vorbei.

Polizeiliche Maßnahmen wie die Operation Fox, bei der gemeinsam mit ungarischen Behörden auf ungarischem Staatsgebiet Kontrollen durchgeführt werden, sowie die Weiterentwicklung des Grenzschutzkonzepts hätten sich spürbar auf den Migrationsdruck ausgewirkt.

In der Woche, die jetzt zu Ende geht, gab es im gesamten Burgenland nur einen Aufgriff nach illegalem Grenzübertritt. Der letzte Asylantrag wurde dort am 9. Juli gestellt.

Grenzkontrollen verlängert

Das polizeiliche Grenzschutzkonzept werde laufend evaluiert und angepasst, heißt es. So wurde der Kontrollgürtel an der Grenze verbreitert – weg von reinen Kontrollen an den Grenzübergängen, hin zu Kontrollen im Grenzraum und im Hinterland. Das erschwere illegale Grenzübertritte vor allem für die organisierte Schleppermafia und erhöhe deren Risiko.

Die Grenzraumkontrollen zu Ungarn, Slowenien, Tschechien und der Slowakei wurden mit Ablauf des 15. September 2026 um weitere sechs Monate verlängert.

Mehr Abschiebungen als Asylerstanträge

Bis Ende August verließen 10.440 Personen Österreich – 51 Prozent zwangsweise, 49 Prozent eigenständig (günstiger für die Republik). 48 Prozent der Abgeschobenen waren vorbestraft. Zusätzlich gab es 516 Dublin-Überstellungen (73 Afghanen, 53 Russen, 49 Marokkaner) – dabei erfolgt die Rückführung ins Land des Erstantrags.

Rund 2.000 Syrer ausgereist

Seit dem Sturz des Assad-Regimes verließen rund 2.000 syrische Staatsangehörige Österreich – in den Jahren 2023 und 2024 waren es zum Vergleich lediglich 200 Syrerinnen und Syrer, die in Richtung ihrer Heimat ausreisten.

Über zwei Drittel ohne Asyl

Bis Ende August: 19.760 Asylverfahren negativ entschieden oder eingestellt, 645 freiwillige Ausreisen während des Verfahrens, 7.990 Mal Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt. Im Juli chancenlos: Antragsteller aus Indien und Tunesien. Bei geringer Bleibewahrscheinlichkeit setzt das Bundesamt weiter auf Schnellverfahren – 321 negative Entscheidungen bis Ende Juli binnen 28 Tagen, teils sogar in 72 Stunden.

Europaweit rückläufige Zahlen

In Europa (inklusive Schweiz und Norwegen) gab es im Zeitraum Jänner bis Ende August 2026 mit 408.441 Asylanträgen um 23 Prozent oder 120.654 weniger Anträge als im Vergleichszeitraum 2025 (529.095).

Zugenommen haben die Anträge unter anderem in Slowenien (+151 Prozent), Lettland (+45 Prozent) und Zypern (+23 Prozent), während sie in den meisten anderen Staaten zurückgingen – besonders deutlich in Polen (-61 Prozent), Spanien (-37 Prozent), Deutschland (-32 Prozent), Griechenland (-21 Prozent) und Frankreich (-16 Prozent).

Hochgerechnet auf die Bevölkerung belegt Österreich europaweit Platz 13. Bei den absoluten Zahlen rangiert das Land EU27+-weit an elfter Stelle, hinter Irland und Slowenien, aber vor Schweden.

Tiefstand in Grundversorgung

Derzeit befinden sich 41.605 Menschen in Grundversorgung, davon lediglich rund 4.900 Asylwerber – der niedrigste Wert seit über 20 Jahren. Den Großteil (24.890 Personen) stellen Kriegsvertriebene aus der Ukraine, darunter viele Kinder und Frauen.

Beginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung erfasst. Die Rückgänge ermöglichen zugleich Einsparungen: So sank die Zahl der Bundesquartiere in den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf vorerst sieben – eine weitere Reduktion gilt als wahrscheinlich.

Quelle: OTS

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