AUA streicht Wien-Graz-Flüge wegen hoher Verluste

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Austrian Airlines hat im ersten Halbjahr 2026 einen Verlust von 94 Millionen Euro verzeichnet. Als Reaktion auf die gestiegenen Kerosinkosten wird die Verbindung zwischen Wien und Graz ab dem Winterflugplan eingestellt.

Die Austrian Airlines (AUA) hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 94 Millionen Euro eingefahren. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte das Minus noch 44 Millionen Euro betragen. Die Lufthansa-Tochter macht dafür vor allem die stark gestiegenen Kerosinpreise im Zuge des Irankrieges verantwortlich.

AUA-Chefin Annette Mann erklärte, der Irankrieg habe das Unternehmen durch die teils extrem gestiegenen Kerosinkosten sowie notwendige Streckenstreichungen enorm getroffen. Höhere Ticketpreise hätten bis Juni nur einen Teil der finanziellen Auswirkungen kompensieren können.

Strecke Wien-Graz wird eingestellt

Um das Defizit zu reduzieren, wird die Fluggesellschaft ab dem Winterflugplan die Verbindung zwischen Wien und Graz einstellen. Die Airline bezeichnet die Strecke als seit Jahren hoch defizitär. Die Entscheidung sei unter sorgfältiger Abwägung der Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Graz getroffen worden.

Das Unternehmen verweist auf weiterhin bestehende Verbindungen von Graz nach München, Frankfurt und Zürich. Auf den Flügen nach München und Frankfurt sollen im Winter teils größere Flieger eingesetzt werden. Nach Zürich soll es pro Woche zwei Verbindungen mehr geben.

Vorerst pausiert werden auch die Flüge von Wien nach Tiflis, Keflavik und Porto. Zudem sollen einige Spätverbindungen nach Klagenfurt, Kopenhagen, Warschau und Krakau wegfallen, bei denen die Crew am Zielort übernachten muss. Hinzu kommen interne Maßnahmen wie Effizienzsteigerungen im administrativen Bereich.

Umsatz gestiegen, Gewinn für Gesamtjahr erwartet

Auf der Einnahmenseite konnte die AUA zulegen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um vier Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Fluggäste erhöhte sich um sechs Prozent auf fast sieben Millionen.

Das zweite Quartal verlief für das Unternehmen besser als das erste Jahresviertel. Das EBIT brach zwar um 74 Prozent ein, war mit 18 Millionen Euro aber positiv. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management weiter mit schwarzen Zahlen – dank der teilweisen Weitergabe der höheren Kosten und der eigenen, internen Kraftanstrengung.

Trotz Sparmaßnahmen soll die Flottenerneuerung weitergehen. Noch heuer sollen zwei neue Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 787-9 "Dreamliner" geliefert werden – in Summe sind dann fünf dieser Flugzeuge im Einsatz. Auch ein neuer Airbus A320neo solle im Herbst die Kurz- und Mittelstreckenflotte erweitern. Die Embraer-Maschinen sollen laufend aus der Flotte genommen werden.

Quelle: APA

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