Audi A2 e-tron wird effizientestes Modell der Marke

Das neue Elektroauto von Audi verbraucht nach vorläufigen Messungen 12,8 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Möglich wird das durch verbesserte Antriebstechnik, optimierte Aerodynamik und eine weiterentwickelte Batterie.
Der A2 e-tron soll das sparsamste Fahrzeug werden, das Audi je gebaut hat. In der Leistungsvariante mit 140 Kilowatt und optionalem Effizienzpaket erreicht das elektrische Kompaktmodell nach WLTP-Messung einen vorläufigen Stromverbrauch von 12,8 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Das gab der Autohersteller bekannt.
Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der AUDI AG, verwies auf die Tradition des Modells: „Der Audi A2 hat mich seit Beginn meiner Laufbau im Volkswagen-Konzern in den 1990er Jahren begleitet. Seine wegweisende 3-Liter-Version machte Effizienz schon damals zu seinem Markenzeichen“, wird er zitiert. Mit dem neuen Elektromodell führe man diesen Anspruch fort.
Aerodynamik senkt Verbrauch deutlich
Mit einem cw-Wert von 0,24 erreicht der A2 e-tron den besten Luftwiderstandsbeiwert unter den Kompaktmodellen der Marke. Die Karosserie folgt dem Prinzip des Stromlinienkörpers mit abgerundeter Front, fließender Dachlinie und scharf definiertem Heck. Diese Form verringert den Luftwiderstand im Vergleich zu einem konventionellen Vollheck-Fahrzeug.
Zusätzlich kommen Detaillösungen wie Air Curtains zum Einsatz – Kanäle, die die Strömung gezielt umlenken. Sogenannte Gap Reducer und Gap Breather verringern Verwirbelungen am Radhaus. Ein aktiver Kühllufteinlass bleibt im Normalbetrieb geschlossen und öffnet sich nur beim Laden, bei starker Beschleunigung oder bei sommerlicher Hitze.
Diese Maßnahmen senken den Verbrauch im Vergleich zum identischen Fahrzeug ohne Anpassungen um bis zu 0,9 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Bei Geschwindigkeiten ab circa 100 Kilometer pro Stunde entfallen mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs auf den Luftwiderstand, weshalb jede Verringerung des cw-Werts direkt auf Verbrauch und Reichweite einzahlt.
Antrieb arbeitet bis zu zehn Prozent effizienter
Der Elektromotor ist eine permanent erregte Synchronmaschine, die auf Effizienz und Fahrkomfort ausgelegt ist. Drei Bereiche wurden weiterentwickelt: Die Leistungselektronik nutzt Siliziumkarbid-Halbleiter statt der bisherigen Silizium-Technologie und senkt Schaltverluste deutlich. Eine variable Schaltfrequenz verringert die Verluste um bis zu 20 Watt, alternative Modulationsverfahren reduzieren die Schaltverluste gegenüber klassischen Methoden um bis zu 33 Prozent.
Bei der E-Maschine senken dünnere Lamellen die sogenannten Eisenverluste. Die Statorwicklung wechselt von Stern- auf Dreieckschaltung, was den Betrieb in effizientere Drehzahlbereiche verschiebt. Das Getriebe nutzt ein neues Leichtlauföl, das Reibungsverluste reduziert. Die lange Übersetzung von 10,2:1 senkt bei höheren Geschwindigkeiten das Drehzahlniveau.
Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 61 Kilowattstunden
Audi setzt beim A2 e-tron 140 Kilowatt auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) in Cell-to-Pack-Bauweise. Die Zellen sind direkt ins Gehäuse eingeklebt, was die Packungsdichte erhöht. Die 61-Kilowattstunden-Batterie kommt ohne seltene Erden aus, altert langsamer als viele Alternativen und gilt als besonders sicher.
Durch die Robustheit können die Batterien im Alltag immer wieder auf 100 Prozent geladen werden. Der charakteristisch flache Spannungsverlauf hält auch bei sinkendem Ladezustand eine hohe Spannung, was zu einer gleichmäßigeren Leistungsabgabe führt. Eine angepasste Kühlungsstrategie hebt die Ladeeffizienz beim Laden an der Wallbox auf 89,6 Prozent.
Der A2 e-tron unterstützt bidirektionales Laden: Durch Vehicle-to-Load lassen sich externe Geräte aus dem Fahrzeug versorgen. Vehicle-to-Home ermöglicht die Nutzung als Energiespeicher für das eigene Zuhause. Voraussetzung ist eine von Audi empfohlene Ladebox. Vehicle-to-Home wird zunächst in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein.
Im Herbst 2026 will Audi den neuen A2 e-tron vorstellen und damit sein Portfolio um einen rein elektrischen Einstieg in die Kompaktklasse ergänzen.
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