Audi zeigt Ampelphasen direkt im Cockpit an

Ein System des deutschen Autoherstellers informiert Fahrer in Echtzeit über Rotphasen und empfiehlt die optimale Geschwindigkeit für grüne Wellen. In Wien sind bereits über 1.100 Ampeln angebunden.
Der deutsche Autohersteller Audi hat bereits 2019 einen Assistenten eingeführt, der Autofahrern anzeigt, wie lange Ampeln noch rot bleiben und mit welchem Tempo sie sich nähern sollten, um die grüne Welle zu erwischen. Das System ist in sämtlichen aktuellen Modellen der Marke verfügbar.
Im digitalen Cockpit erscheinen ein Ampel-Symbol, ein Sekundenzähler und eine Tempoempfehlung. Sie zeigen, wann die nächste Grünphase beginnt und wie schnell man fahren sollte. Fahrer können vom Gas gehen, das Fahrzeug ausrollen lassen und erst wieder beschleunigen, wenn die Ampel umschaltet. Die beiden Funktionen heißen TTG (Time to Green) für den Countdown und GLOSA (Green Light Optimal Speed Advisory) für die Geschwindigkeitsempfehlung.
Daten fließen über mehrere Server
Der Zentralrechner einer Stadt, der die Ampelanlagen steuert, übermittelt seine Schaltdaten an einen externen Dienstleister. Dieser leitet sie an das Backend von CARIAD weiter, einer Software-Tochter des Volkswagen-Konzerns, die die Informationen für die Fahrzeuge aufbereitet. Anschließend werden sie per 5G-Mobilfunk ans Auto gesendet. Eine direkte Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ampel findet nicht statt.
Zusätzlich gibt es einen zweiten Datenweg: Wo keine direkte Anbindung an städtische Ampelsteuerungen existiert, errechnet das System Grünphasen aus den Bewegungsdaten anderer Fahrzeuge. Die Autos fungieren dabei selbst als Sensoren.
Über 1.100 Ampeln in Wien vernetzt
Im Sommer 2026 waren in Wien bereits 1.131 Ampeln an das System angebunden. In Salzburg, der ersten Stadt Österreichs mit vernetzten Ampeln, waren es 151. Auch in Graz sind bereits mehrere Ampeln eingebunden. Das System wird kontinuierlich ausgebaut.
Wichtige Verkehrsknotenpunkte sind bereits abgedeckt – darunter Ampelanlagen entlang der Wiener Ringstraße oder an der Gabelsbergerstraße in Salzburg.
Teil der Car-to-X-Kommunikation
Der Ampelassistent ist Teil einer umfassenderen Entwicklung. Unter dem Begriff Car-to-X, der Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur, baut Audi seit Jahren ein Netz aus Diensten auf, die auf Schwarmdaten basieren. Autos sammeln Daten und schicken sie anonym an einen Server. Dort werden die Daten aufbereitet und an andere Autos weitergegeben.
Die Ampelinformation ist einer dieser Dienste. Andere warnen vor Unfällen, Glätte oder Pannen. Wieder andere zeigen freie Parkplätze oder Ladesäulen an. Das Prinzip ist immer dasselbe: Je mehr Autos Daten liefern, desto besser funktioniert das System.
Heute zeigt ein Countdown an, wann die Ampel auf Grün springt. In Zukunft könnte eine vorausschauende Routenplanung Staus verhindern, noch bevor sie entstehen.
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