Ausbau der B320 in Liezen vorerst gestoppt

Pia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Eine geplante Brücke beim „Bellaflora-Kreisverkehr“ in Liezen wird nicht umgesetzt. Die Zeitersparnis von maximal 45 Sekunden rechtfertige die Kosten von rund 50 Millionen Euro nicht, so die Verkehrslandesrätin, so der ORF.

Entlang der B320 in Liezen wurden sechs Bereiche untersucht, zwei Varianten wurden im Detail durchgerechnet. Als fachlich optimale Lösung hatte sich eine Brücke beim „Bellaflora-Kreisverkehr“ mit mehreren umgestalteten Kreuzungen herauskristallisiert.

Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht gerechtfertigt

Die Umsetzung wird dennoch nicht erfolgen. Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) begründet die Entscheidung mit dem unzureichenden Nutzen: Die Variante mit Flyover und Ampel bringe lediglich eine Zeitersparnis von etwa 45 Sekunden pro Fahrtrichtung an Werktagen. An gewöhnlichen Samstagen würden sogar nur 33 Sekunden eingespart. Das stehe in keinem Verhältnis zu den hohen Kosten.

Hinzu komme, dass der Ausbau laut Analyse ausgerechnet an den bekannten Stautagen, also an Sonn- und Feiertagen, praktisch keine Verbesserung bringen würde.

Stadt unterstützt Entscheidung

Die Stadt Liezen teilt diese Einschätzung. Bürgermeisterin Andrea Heinrich (SPÖ) verweist darauf, dass bereits vor zwei Jahren die Ampelschaltungen neu abgestimmt wurden. Diese vergleichsweise kostengünstige Maßnahme habe den Verkehrsfluss bereits deutlich verbessert.

Die Ampelumstellung habe rund 50.000 Euro gekostet und eine Zeitersparnis von 15 bis 20 Sekunden gebracht – abhängig von der Fahrtrichtung. Wenn man nun die Relation betrachte, dass der Ausbau etwa 50 Millionen Euro kosten würde und bestenfalls 45 Sekunden Zeitersparnis bringe, an vielen Tagen – vor allem an Stautagen – aber gar keine, sei es fraglich, ob der Einsatz von Steuergeldern vertretbar sei.

Projekt nicht endgültig verworfen

Ganz vom Tisch sei das Thema laut Verkehrslandesrätin Holzer allerdings nicht. Zwei Jahre lang hätten sich viele Menschen damit beschäftigt. Diese Arbeit sei nicht verloren, sondern derzeit nur nicht machbar und darstellbar. Wie es in Zukunft aussehe, sei offen – das Projekt sei nicht für alle Ewigkeit abgesagt.

Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3362465/

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