Ausgesetzte Katzenbabys in Oberösterreich und Salzburg

In der Grenzregion Salzburg/Oberösterreich wurden mehrere verwaiste Katzenbabys gefunden. Ein zwei Wochen alter Kater lag allein auf einer Straße in St. Johann am Walde, drei weitere Jungtiere wurden auf einer Baustelle in Straßwalchen entdeckt.
Der Tierschutzhof Pfotenhilfe in der Grenzregion Salzburg/Oberösterreich verzeichnet während der Urlaubszeit einen Höchststand an ausgesetzten Tieren. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Adoptionen in den Ferienwochen drastisch. Vor wenigen Tagen wurde in St. Johann am Walde (OÖ) ein erst zwei Wochen alter Kater völlig allein mitten auf der Straße aufgefunden.
Am Montag erreichte die Pfotenhilfe ein Anruf von einem Bauarbeiter aus Straßwalchen (Salzburg). Auf der Baustelle waren drei Katzenbabys unterwegs, ohne Muttertier und in unmittelbarer Nähe zu einem Bach. Alle vier verwaisten Tiere wurden in der Pfotenhilfe aufgenommen.
Das Trio von der Baustelle leidet unter Katzenschnupfen mit entzündeten Augen, ist von Flöhen befallen und hat Durchfall. Häufig versuchen Finder, hungrige Katzenbabys mit Kuhmilch zu füttern. Diese führt jedoch zu schwerem Durchfall und starken Bauchschmerzen und richtet mehr Schaden an als sie nützt.
Rekordwert bei verwaisten Katzenbabys
Johanna Stadler, Leiterin der Pfotenhilfe, berichtet von einem außergewöhnlichen Jahr: „Heuer reißt das Katzenleid nicht ab. Seit dem Frühjahr haben wir so viele verwaiste Katzenbabys aufgenommen wie noch nie - die meisten waren noch Säuglinge. Aber auch trächtige Mütter und ganze Familien.“ Diese Fälle seien das Ergebnis verantwortungsloser Gesetzesbrecher, die ihre Katzen trotz Pflicht nicht kastrieren lassen.
„Mir geht es dabei nicht in erster Linie um mein Leben, das kaum Schlaf oder gar so etwas wie Freizeit oder Urlaub kennt, sondern um das schier endlose Tierleid, das diese Unmenschen ständig und noch dazu meist ungestraft verursachen! Dabei drohen den Tätern im Wiederholungsfall bis zu 15.000 Euro Strafe!“
Forderung nach Chippflicht für Katzen
Die aufgenommenen Katzenbabys werden aufgezogen, medizinisch betreut, gechippt und registriert, um sie eindeutig identifizierbar zu machen. Die Pfotenhilfe fordert vom Tierschutzministerium eine Chippflicht auch für Katzen, wie sie für Hunde seit 2005 selbstverständlich ist. Damit soll das ausufernde, anonyme Tierleid eingedämmt werden.
Informationen zur Tiervergabe am Tierschutzhof Pfotenhilfe sind unter www.pfotenhilfe.at verfügbar.
Quelle: OTS
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