Ausstellung zu Hitlers Aufstieg in Bayern bis August 2027

Mathias FischerMathias Fischer
Menschen betrachten Kunstwerke in einer modernen Galerie in Wien.
© Ueli Steingruber

In Regensburg zeigt das Haus der Bayerischen Geschichte bis 7. August 2027 die Schau „Brennpunkt Bayern – Hitler und der Kampf um die Demokratie“. Die Ausstellung entstand gemeinsam mit dem Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich.

Die Ausstellung knüpft an die Schau „Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators 1889–1914“ an, die 2020 in St. Pölten zu sehen war. Während die niederösterreichische Ausstellung Hitlers Jugend in der Donaumonarchie thematisierte, konzentriert sich die bayerische Fortsetzung auf Bayern und die frühen 1920er-Jahre.

Warum Bayern zum Zentrum des Rechtsextremismus wurde

Die Schau untersucht, weshalb Bayern in den frühen zwanziger Jahren zum Sammelpunkt rechtsextremer Bewegungen wurde. Wirtschaftliche Krisen, politische Gewalt und gesellschaftliche Umbrüche ließen die Menschen an der Demokratie zweifeln. Einfache Antworten auf komplexe Herausforderungen begünstigten den politischen Aufstieg Adolf Hitlers.

Auf rund 500 Quadratmetern zeichnet die Ausstellung anhand von fünf Szenen nach, wie sich nach der Revolution von 1918/19 rechtsextreme Bewegungen ausbreiteten und Hitler vom Beobachter zum zentralen Akteur wurde. Im Fokus stehen sowohl jene Kräfte, die die Demokratie bedrohten, als auch jene, die sie verteidigten.

Das Krisenjahr 1923 im Mittelpunkt

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Jahr 1923: Hyperinflation und die Besetzung des Rheins durch französische Besatzungskräfte führten zu einer Radikalisierung der politischen Auseinandersetzungen. Im November versuchten Hitler und seine Anhänger, die Regierung in Bayern zu stürzen und nach Berlin vorzustoßen. Der Putsch scheiterte, doch die Richter bestraften den Hochverrat erstaunlich milde – eine Chance, Hitler zu stoppen, wurde vertan.

„Die Geschichte des frühen Nationalsozialismus ist auch eine Geschichte von Netzwerken, die in ganz Mitteleuropa aktiv waren“, erklärt Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte Niederösterreich. „Deshalb halte ich unsere Kooperation mit dem Haus der Bayerischen Geschichte für so wichtig. Sie ermöglicht, Hitlers Aktivitäten und Verbündete auch über Bayern hinaus zu dokumentieren.“

Die objektreiche Ausstellung wirft den Blick hinter die Kulissen einer Epoche, deren Entwicklungen die deutsche Geschichte nachhaltig prägten. Sie will damit auch die Demokratiebildung fördern und ein Zeichen für Extremismusprävention setzen.

Quelle: OTS

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