Austria Lustenau feiert Meistertitel bei Jahresversammlung

Mathias FischerMathias Fischer
Auszeichnung für verdiente Mitglieder in einem Vereinsheim mit vielen Gästen im Hintergrund.
© austria-lustenau.at

Der SC Austria Lustenau hat bei seiner 113. Jahreshauptversammlung auf eine erfolgreiche Saison zurückgeblickt. Der Meistertitel in der 2. Liga und der Aufstieg in die Bundesliga prägten das Geschäftsjahr 2025/26.

Der SC Austria Lustenau hat am Donnerstagabend im Glashaus der SUN MINIMEAL Arena seine 113. Jahreshauptversammlung abgehalten. Zahlreiche Mitglieder ließen das Geschäftsjahr 2025/26 Revue passieren – eine Spielzeit, die durch den Titelgewinn in der ADMIRAL 2. Liga und die Rückkehr in die höchste Spielklasse Geschichte schrieb. Neben dem Finanzbericht standen auch Vorstandswahlen und die Auszeichnung langjähriger Mitglieder auf der Tagesordnung.

Christoph Wirnsperger, Vorstandssprecher des Vereins, richtete nach der Eröffnung zunächst seinen Dank an alle Beteiligten: an ehrenamtliche Helfer, Mitarbeiter, Fans sowie Sponsoren und Partner. „Eure Arbeit sieht man oft erst dann, wenn sie einmal nicht gemacht wird. Für unsere Austria seid ihr unverzichtbar!“, betonte er. Als Zeichen der Anerkennung lädt der Klub seine Helfer zum Auswärtsmatch bei der WSG Tirol am 21. November ein.

Vom Fast-Abstieg zum Wiederaufstieg

Sportlich habe der Verein extreme Jahre hinter sich gebracht, so Wirnsperger: „Vom beinahe Abstieg über die Rückkehr in unser Stadion bis zum Wiederaufstieg in die Bundesliga – in diesem Jahr war wirklich alles dabei.“ Nach anderthalb Jahren in Bregenz kehrte die Austria am 19. Juli 2025 mit dem Eröffnungsspiel gegen den FC Augsburg in die eigene Spielstätte zurück. Der Meistertitel am Saisonende sei keineswegs selbstverständlich gewesen, räumte der Vorstandssprecher offen ein.

Auch abseits des Spielfelds gab es Fortschritte: Im neuen Austria-Center sind Büro, Physiotherapie, Fitnessraum und Fanshop nun zentral untergebracht. Der Mietvertrag für das Stadion wurde fixiert. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zur grenzüberschreitenden Kooperation zwischen Österreich und der Schweiz wurde zudem eine wichtige Basis für das geplante Trainingszentrum im Schweizer Ried gelegt.

Zum Ende des Geschäftsjahres endete die Zusammenarbeit mit CSC, Ahmet Schäfer und Clermont Foot. Schäfer übertrug seine Anteile an der Austria Lustenau GmbH zurück an den Verein und verließ den Aufsichtsrat. Neu ist hingegen die Partnerschaft mit dem FC Lustenau im Mädchenfußball, die eine gemeinsame U16 umfasst.

Drei Schwerpunkte für die Zukunft

Wirnsperger nannte drei zentrale Ziele für die kommenden Monate: den Klassenerhalt in der Bundesliga, wirtschaftlich solides Arbeiten – einschließlich baulicher Verbesserungen im Austria-Dorf und eines Fünfjahresplans für den VIP-Bereich – sowie die Austria als Heimat für alle, etwa durch die Planung eines Nachwuchszentrums gemeinsam mit der Gemeinde.

Sportdirektor Dieter Alge und Cheftrainer Markus Mader widmeten sich anschließend den sportlichen Themen. Mader erinnerte an den gefeierten Aufstieg und spannte den Bogen zur aktuellen Saison: In der ADMIRAL Bundesliga erwarten das Team Woche für Woche starke Gegner auf einem völlig anderen Niveau. Die Motivation bleibe davon jedoch unberührt – die Mannschaft arbeite mit vollem Einsatz daran, sich in der höchsten Liga zu etablieren. Abschließend appellierte er an die Anwesenden: „Es ist wie David gegen Goliath. Es ist egal wer vor dir steht, wenn du weißt, wer hinter dir steht“.

Nachwuchs wächst um 17 Prozent

Nachwuchsleiter Mike Urschitz zeigte auf, wie lebendig die Basis des Vereins ist: 436 aktive Spielerinnen und Spieler – ein Zuwachs von 17 Prozent – sind mittlerweile in 19 Teams aktiv, betreut von 48 Trainern und Betreuern. Sportlich überzeugte die U18, die sowohl den Westmeister- als auch den Landesmeistertitel erfolgreich verteidigte. Die dritte Mannschaft schaffte den Aufstieg in die 2. Landesklasse, und mit Emir Tuna gelang einem Nachwuchsspieler der Sprung zu den Profis.

Zu den Höhepunkten zählten der erste Internationale Rheinhallencup und der neue Rheincup bei den Bundesliga-Heimspielen. Ab der Saison 2026/27 ist Erreà neuer Ausrüster.

Jahresfehlbetrag trotz Ertragssteigerung

Finanzvorstand Patrick Schuchter präsentierte den geprüften Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026. Die Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahr um 6,0 Prozent. Unter dem Strich steht dennoch ein Minus – ein Aufstiegsjahr stelle immer eine große finanzielle Herausforderung dar.

Die Gewinn- und Verlustrechnung 2025/26 im Überblick:

  • Einnahmen gesamt: 4.545.941,69 Euro
  • Eintrittsgelder: 713.617,62 Euro
  • Sponsoring/Werbung: 1.684.366,94 Euro
  • TV-Übertragungsrechte: 77.411,20 Euro
  • Sonstige Erträge (u. a. Gastronomie, Fanshop, Mitgliedsbeiträge): 2.070.545,93 Euro
  • Aufwendungen gesamt: 4.928.060,10 Euro
  • Material- und bezogene Leistungen: 744.159,47 Euro
  • Personalaufwand: 2.296.102,98 Euro
  • Abschreibungen: 142.013,18 Euro
  • Sonstige Aufwendungen (u. a. Stadion, Spielbetrieb): 1.745.784,47 Euro
  • Jahresfehlbetrag nach Steuern: - 430.060,75 Euro

Für die Zukunft nannte Schuchter drei klare Ziele: Das laufende Spieljahr soll mit einem deutlichen Gewinn abgeschlossen werden – aktuell sei der Verein auf Kurs, einen Großteil des Vorjahresverlusts auszugleichen. Dazu kommen konsequente Kostendisziplin bei Personal- und Sachkosten sowie die Nutzung der Stadion-Infrastruktur für weitere Erlössteigerungen.

Neuer Vorstand gewählt

Die Mitglieder wählten folgenden Vorstand:

  • Vorstandssprecher: Christoph Wirnsperger
  • Sport: Valentin Drexel und Stephan Muxel
  • Finanzen & Sponsoring: Patrick Schuchter
  • Politik/Infrastruktur/Digitalisierung: Patrick Grabher
  • Organisation/Prozesse: Simon Sohm

Verena Kögler schied aus beruflichen Gründen aus dem Vorstand aus. Mike Urschitz, bisher als Vorstandsmitglied für den Nachwuchs zuständig, übt diese Funktion nun als Angestellter in der Geschäftsstelle aus.

Ehrenmitgliedschaften und Auszeichnungen

Eine besondere Auszeichnung erhielten Lothar „Hupfi“ Hofer und Franz Baumgartner: Beide sind ab sofort Ehrenmitglieder des SC Austria Lustenau. Die Vereinsnadel Gold ging an Brigitte Baumgartner, die Vereinsnadel Silber an Helmut Hagen.

Die Mitgliedsbeiträge blieben im Vergleich zur letzten Jahreshauptversammlung vom 22. November 2025 unverändert.

VFV-Präsident Alfons Kirchmann, VFV-Vizepräsidentin Sonja Baldauf und Lustenaus Bürgermeister Patrick Wiedl rundeten die 113. Jahreshauptversammlung mit ihren Gruß- und Dankesworten ab.

Quelle: https://www.austria-lustenau.at/news/club/113-jahreshauptversammlung-rueckblick-auf-ein-meisterjahr

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