Auwald-Ausstellung zeigt 30 Jahre Waldentwicklung

Mathias FischerMathias Fischer
Gruppe von Menschen vor einer Ausstellung über die Donau-Auen in Österreich.
© Gillmann

Im Aussichtsturm von Schloss Orth an der Donau ist seit 1. Oktober eine neue Ausstellung zur Waldentwicklung im Nationalpark Donau-Auen zu sehen. Sie dokumentiert die Transformation vom Wirtschaftswald zum Naturwald.

Die Ausstellung „Der Auwald – eine Landschaft im stetigen Wandel“ präsentiert die Veränderungen der Waldbestände seit Gründung des Nationalparks vor drei Jahrzehnten. Nationalparkdirektorin Edith Klauser eröffnete die Schau am 1. Oktober gemeinsam mit dem Gestaltungsteam, Projektbeteiligten und Partnern des Nationalparks.

Seit 1996 wandeln sich die ehemals forstwirtschaftlich genutzten Bestände zu artenreichen Naturwäldern. Mit der Nationalparkgründung wurde die wirtschaftliche Nutzung beendet und zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen gestartet. Die Wälder beherbergen mittlerweile eine besondere Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

Donau formt die Landschaft

Der Nationalpark erstreckt sich über rund 9.600 Hektar entlang von 40 Kilometern Donaustrecke zwischen Wien und Bratislava. Etwa 60 Prozent der Fläche sind bewaldet. Die Donau gestaltet den Auwald kontinuierlich neu – sie lässt Lebensräume entstehen und vergehen.

„Die Besonderheit eines Auwaldes liegt in seiner Natur: er lässt sich nicht einfach pflanzen – er entsteht rein durch die Kraft des Wassers“, erklärte Klauser bei der Eröffnung. Der Auwald erfülle vielfältige Funktionen als Lebensraum für zahlreiche Arten, als Wasserspeicher und Klimaregulator sowie für den Hochwasserschutz.

Wissenschaftlich messbare Erfolge

Univ. Prof. Eduard Hochbichler von der Universität für Bodenkultur Wien, stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Nationalparkbeirates, verwies auf regelmäßige Naturrauminventuren. Diese belegen die stetige Zunahme der ökologischen Qualität und der Waldbiodiversität. Totholzvorräte und Sträucher hätten zugenommen, typische Gehölze der Flussauen wie die Schwarzpappel kämen erneut auf.

In einer Übergangsphase wurden ehemalige Hybridpappelbestände schrittweise in naturnähere, gebietstypische Waldbestände überführt, invasive Arten teilweise zurückgedrängt und Forststraßen aufgelassen. Nach 30 Jahren der Aufbauphase rückt nun der Prozessschutz verstärkt in den Mittelpunkt.

Interaktive Wissensvermittlung

Die Ausstellung stellt die Prozesse des Auwaldes anhand der fünf Begriffe Neugier, Schnelllebigkeit, Überfluss, Verschwendung und Zerstörung dar. Audiostationen, Wissensvermittlung und ein interaktiver Auwaldtisch laden dazu ein, die Landschaft selbst zu gestalten – bis das nächste „Hochwasser“ sie wieder verändert.

In persönlichen Audioaufnahmen erzählen die Forscherin Katharina Schwanda, die zwei Nationalparkförster Franz Kovacs und Günter Walzer sowie die Mitarbeiterin des Nationalparks Karoline Zsak von ihren Erfahrungen und Beobachtungen.

Neue Publikation zum Jubiläum

Bei der Veranstaltung präsentierte Klauser auch die neue Publikation „Auf dem Weg zum Naturwald – 30 Jahre Waldentwicklung im Nationalpark Donau-Auen“. Diese wurde anlässlich des heurigen Nationalparkjubiläums erstellt und liefert umfassende Informationen zum Auwald.

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Interreg-Projektes „Ecovisit SKAT - Besucherbeteiligung zum Schutz der Biodiversität in der Grenzregion Österreich-Slowakei“ umgesetzt. Das Projekt läuft von 2023 bis Ende 2026 und verbindet österreichische und slowakische Partner. Unter den Gästen der Eröffnung waren Waldexperte Univ. Prof. Eduard Hochbichler, Michael Stelzhammer vom WWF Österreich, Elitza Denevski vom Gemeinsamen Sekretariat des EU-Förderprogramms Interreg Slovakia – Austria sowie Vertreterinnen und Vertreter der Nationalparkforstverwaltungen.

Die zweisprachige Wanderausstellung ist bis inklusive 1. November 2026 täglich von 9 bis 17 Uhr im Aussichtsturm des Schloss Orth an der Donau zu sehen. Der Saisonstart 2027 ist für 21. März geplant. Künftig kann sie an verschiedenen weiteren Standorten in Österreich und der Slowakei Station machen.

Frau mit Kopfhörern hört sich eine Ausstellung im Nationalpark Thayatal an
© Gillmann

Quelle: https://www.engelhartstetten.at/Neue_Ausstellung_Der_Auwald_eine_Landschaft_im_stetigen_Wandel_

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