AVL baut 180 weitere Arbeitsplätze in Graz ab

Beim Grazer Technologieunternehmen AVL werden erneut 180 Stellen gestrichen. Damit gehen bei dem Leitbetrieb innerhalb kurzer Zeit fast 1.000 Arbeitsplätze verloren. Die SPÖ fordert von der Landesregierung eine aktive Industrie- und Standortpolitik.
Das Grazer Technologieunternehmen AVL streicht neuerlich 180 Arbeitsplätze. Die betroffenen Beschäftigten sollen beim AMS vorgemeldet werden. Bereits im vergangenen Jahr wurden 450 Stellen abgebaut, Anfang 2026 weitere 350. Insgesamt verliert der Leitbetrieb damit in kürzester Zeit beinahe 1.000 Arbeitsplätze.
Der steirische SPÖ-Landesparteivorsitzende Max Lercher bezeichnet die Entwicklung als dringenden Weckruf an die Landesregierung. „Wenn bei einem der wichtigsten steirischen Technologie- und Industriebetriebe innerhalb so kurzer Zeit beinahe 1.000 Arbeitsplätze verloren gehen, dann kann die Landesregierung nicht einfach danebenstehen und zuschauen“, so Lercher. Es handle sich nicht um gewöhnlichen Stellenabbau, sondern um ein Alarmsignal für den gesamten Wirtschafts- und Industriestandort Steiermark.
Strukturwandel trifft Industriestandort
Die Situation bei AVL sei kein Einzelfall, betont Lercher. Die internationale Automobilindustrie durchlaufe einen tiefgreifenden Strukturwandel, der einen Industriestandort wie die Steiermark besonders stark treffe. Die Landesregierung lege jedoch keine erkennbare Strategie vor, wie die industrielle Wertschöpfung gesichert und die Transformation aktiv gestaltet werden soll.
„Aktive Standortpolitik bedeutet nicht, bei jedem Interview zu behaupten, dass man sich jetzt stärker der Wirtschaft annehmen werde. Sie bedeutet, rechtzeitig zu handeln, langfristig strategisch zu planen und konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen“, kritisiert Lercher. Die SPÖ habe Vorschläge vorgelegt, die Umsetzung durch die Landesregierung vermisse er jedoch.
Forderung nach Industrie- und Beschäftigungsstrategie
Die Steiermark dürfe nicht zum Zuschauer der industriellen Transformation werden, fordert die SPÖ. Notwendig sei eine Landesregierung, die gestalte statt verwalte. Gebraucht werde eine klare Industrie- und Beschäftigungsstrategie, Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Unterstützung bei der Transformation.
„Hier geht es nicht nur um einzelne Arbeitsplätze. Hier geht es um Know-how, Forschung, Wertschöpfung und die Zukunft unseres Industriestandorts“, so Lercher. Wer jetzt nicht handle, riskiere, dass langfristig jene industrielle Substanz verloren gehe, die die Steiermark stark gemacht habe.
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