Bad Ischl plant Neugestaltung von Platz und Straße

Mona HopfingerMona Hopfinger
Hitze auf rissigem Asphalt gegenüber von einer Straße mit Bäumen, Radweg und Menschen, 5-12 °C kühler
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Gemeinderat in Bad Ischl hat die Detailplanung für die Umgestaltung von Bertha-von-Suttner-Platz und Kaiser-Franz-Josef-Straße vergeben. Die laufende Kanalsanierung soll als Gelegenheit genutzt werden, um die Flächen klimafit zu machen.

Die Detailplanung für die Neugestaltung des Bertha-von-Suttner-Platzes und der Kaiser-Franz-Josef-Straße in Bad Ischl wurde vom Gemeinderat vergeben. Anlass ist die vor wenigen Wochen begonnene Sanierung des Kanals. Die Stadt will die Chance nutzen, die Oberfläche nicht einfach wiederherzustellen, sondern neu zu gestalten.

Bereits im Vorfeld fand eine Vorplanung statt, bei der Betriebe, Anrainer und alle politischen Fraktionen eingebunden waren. Die Entwürfe wurden öffentlich in der Trinkhalle präsentiert, die Bevölkerung konnte sie begutachten und kommentieren. Die Rückmeldungen seien überwiegend positiv gewesen, zusätzliche Ideen aus der Bevölkerung seien bereits eingeflossen.

Für die gesamte Kaiser-Franz-Josef-Straße wird ein Entwurf ausgearbeitet. Für den Bereich vor der ehemaligen Nestroy-Schule und die Stufenanlage vor der Kirche geht die Planung bis zur Baureife, einschließlich Ausschreibung und Begleitung während der Bauarbeiten.

Hitze als Argument für mehr Grün

Im Juni und Juli 2026 gab es in Österreich 646 hitzebedingte Todesfälle, so viele wie noch nie. Besonders betroffen seien ältere Menschen und dicht bebaute, versiegelte Bereiche.

Bäume gelten als wirksamstes Mittel gegen Hitze. Schatten und Verdunstung bringen spürbare Abkühlung: Auf Augenhöhe sinkt die gefühlte Temperatur um fünf bis zwölf Grad. Ein neuer Straßenbaum könne schnell 20.000 Euro kosten, wobei der Baum selbst der kleinste Posten sei. Den Großteil machten die Bauarbeiten und der Schutz der Leitungen im Boden aus. Ist die Straße ohnehin offen, falle dieser Aufwand zu einem großen Teil bereits an.

Beispiele aus anderen Gemeinden

Dornbirn nutzt seine Kanalerneuerung gerade, um eine zentrale Straße mit rund 50 neuen Bäumen umzugestalten. In Krems wurden Leitungen saniert. Die Stadt hat das auch dafür genutzt, Flächen zu entsiegeln und einen neuen Radweg zu bauen. Davon profitierten nicht nur Klima und Gesundheit, denn wo Straßen schöner werden, seien mehr Menschen unterwegs, und das stärke die Geschäfte rundherum.

Der VCÖ hat in seinem aktuellen Factsheet festgehalten: „Jede Straßenbaustelle, die ohne Klimawandelanpassung wieder zugeschüttet wird, ist eine vertane Chance.“

Die Planung soll nun klären, wie Platz und Straße grüner, schattiger, sicherer für Kinder und angenehmer für alle werden können. Mehr Informationen bietet das VCÖ-Factsheet „Straßensanierung für die Transformation nutzen“ vom September 2026.

Quelle: https://ooe.gruene.at/news/eine-baustelle-als-chance

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