Bärentaler Umweltgespräche: Ernährungssouveränität im Fokus

Pia ProdingerPia Prodinger
Sechs Männer in Tracht und Anzügen stehen vor einer Holzvertäfelung und einem Banner.
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Bei den 21. Bärentaler Umweltgesprächen diskutierten Experten über die Zukunft der heimischen Landwirtschaft. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von Importen für Österreich spielen.

Am 3. September 2026 fanden die 21. Bärentaler Umweltgespräche statt. FPÖ-Landesparteiobmann Erwin Angerer hatte dazu Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Roman Linder, AGÖ-Sprecher Manfred Muhr sowie Dr. Thomas Kickinger, Lektor an der Universität für Bodenkultur Wien, eingeladen. Thema der Veranstaltung war die Frage, welche Rolle die Landwirtschaft für die Ernährungssouveränität in der Zukunft spielt.

Staatliche Sicherheit durch Ernährungssouveränität

Erwin Angerer betonte, dass Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität zentrale Zukunftsfragen für das Land seien. Ein Staat trage die Verantwortung für die Sicherheit seiner Bevölkerung, wozu auch die sichere Versorgung mit Lebensmitteln gehöre. Krisen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie wichtig es sei, sich nicht von internationalen Lieferketten abhängig zu machen.

Die heimische Landwirtschaft müsse gestärkt werden, damit Bäuerinnen und Bauern auch künftig leistungsfähig und wirtschaftlich erfolgreich produzieren könnten. „Ernährungssouveränität bedeutet für mich, dass Österreich in der Lage ist, seine Bevölkerung auch in schwierigen Zeiten verlässlich mit hochwertigen und leistbaren Lebensmitteln aus heimischer Produktion zu versorgen“, so Angerer.

Forderung nach weniger Bürokratie und mehr finanzieller Kraft

Roman Linder bezeichnete die Diskussion über Ernährungssouveränität als Richtungsentscheidung für Bevölkerung und Bauern. Eine starke regionale Produktion sei nötig, um unabhängig von Importen zu werden. Die Ernährung der österreichischen Bevölkerung müsse oberstes Ziel der politischen Verantwortungsträger sein, wobei großer Wert auf Krisensicherheit zu legen sei.

Eine gesunde und regionale Ernährung könne nur mit starken und freien Bauern in Österreich garantiert werden. Die Abhängigkeit von Importen sowie der Lebensmittelindustrie müsse so gering wie möglich sein. Um auf künftige Anforderungen vorbereitet zu sein, brauche es einen Kahlschlag an bürokratischen Auflagen, mehr finanzielle Kraft auf den Höfen und eine sinnvolle Boden- und Wasserstrategie.

Kritik an steigenden Importen und fehlendem Hilfspaket

Manfred Muhr wies darauf hin, dass Österreich bei der Lebensmittelversorgung zunehmend von Importen abhängig sei. Während die Importe agrarischer Güter weiter stiegen, stagnierten die Exporte. Gleichzeitig verschärfe die zunehmende Dürre die Situation für die heimische Landwirtschaft.

Es brauche ein faires Spielfeld, bei dem für Importware dieselben Standards gelten wie für heimische Produzenten. Dazu seien eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, Rechtssicherheit und vor allem ein lebensfähiger Produktpreis nötig. Das Hilfspaket der Bundesregierung sei angesichts der Herausforderungen nur ein Taschenspielertrick.

Gleichwertige Standards entlang der gesamten Kette

Dr. Thomas Kickinger erklärte, dass Ernährungssicherung bedeute, ausreichend sichere Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Dieses Thema sei entlang der gesamten Kette von „Farm to Fork“ zu denken. Sichere Futtermittel bildeten die Grundlage für eine qualitative Lebensmittelproduktion und sicherten in weiterer Folge die Gesundheit der Konsumenten.

Wesentlich sei, dass in diesem Zusammenhang gleichwertige Standards zur Anwendung kämen. Ansonsten sei die Wettbewerbsgleichheit eingeschränkt. Transparenz und eindeutig geregelte Vorgaben seien eine notwendige Basis.

Nach den Diskussionen klangen die 21. Bärentaler Umweltgespräche bei einem gemütlichen Beisammensein aus.

Quelle: https://www.fpoe-ktn.at/reader-news/id-21-baerentaler-umweltgespraeche-widmen-sich-der-ernaehrungssouveraenitaet-5681

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