Bärentrail feiert zehnjähriges Bestehen im Waldviertel

Der Weitwanderweg Bärentrail im Waldviertler Hochland besteht seit zehn Jahren. Am 10. Oktober fand im Bärenwald Arbesbach ein Festakt statt, bei dem Kooperationen gestärkt und Zukunftsthemen diskutiert wurden.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Bärentrail Weitwandernetzes im Waldviertler Hochland kamen am 10. Oktober Vertreter aus Tourismus, Politik und Naturschutz im Bärenwald Arbesbach zusammen. Neben dem Kernteam und den Partnern des Bärentrails waren auch Bezirkshauptmann Markus Peham, Tourismusdirektor Tom Bauer sowie Repräsentanten der benachbarten Weitwanderwege Bernhardiweg, Lebensweg und Johannesweg geladen.
Sigrid Zederbauer, Leiterin des VIER PFOTEN Tierschutzprojektes Bärenwald Arbesbach und Mit-Initiatorin des Trails, führte die Gäste durch die 2025 eröffneten neuen Bereiche des Projekts. Sie erläuterte die erweiterten Schwerpunkte in der Tierschutzvermittlung, die nun auch Missstände in den Bereichen Ernährung, Bekleidung und Freizeitindustrie thematisieren.
In Vertretung des erkrankten Obmanns Helmut Brandstetter betonte Zederbauer die verbindende Funktion des Weges: „Der Bärentrail führt heute auf einer sehr abwechslungsreichen Route von Naturschauplatz zu Naturschauplatz und von Ort zu Ort - und verbindet damit auch die Region Waldviertler Hochland.“ Sie dankte den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die sich um Markierung, Wegkontrollen, die Produktion von über 300.000 Foldern und Karten, Veranstaltungen sowie die Betreuung der sechs Labstellen engagieren.
Enkeltauglicher Tourismus und regionale Zusammenarbeit
Tom Bauer, Geschäftsführer von Waldviertel-Tourismus, würdigte das Projekt als Erfolgsgeschichte und Beispiel für „Enkeltauglichen Tourismus“, da der Weg Natur und Landschaft bewahre. Er hob hervor, dass sich die verschiedenen Weitwanderwege im Waldviertel gegenseitig ergänzen und bereichern, statt in Konkurrenz zueinander zu stehen.
Matthias Schickhofer, Natur-Publizist und Mit-Initiator des Bärentrails, bezeichnete den Weg als „besonderen Weg“, der Menschen und Natur verbinde. „Der Bärentrail ist nicht nur ein Weitwanderweg, sondern auch ein Regionalentwicklungsprojekt, das die Region Waldviertler Hochland zusammenbringt“, erklärte er. Tourismus und Naturbewahrung würden sich hier nicht gegenseitig kannibalisieren, sondern unterstützen. Schickhofer regte an, die Weitwanderwege im Waldviertel verstärkt gemeinsam zu vermarkten und neue Themen wie Naturfotografie und Winterwandern zu forcieren.
Synergien und Landesausstellung 2028
In der Diskussion standen Möglichkeiten für Synergien und Kooperation im Segment Wanderurlaub im Mittelpunkt. Themen wie Weitwandern, „Coolcation“ (Sommerfrische an kühleren Orten), Naturerlebnis, spirituelle Einkehr sowie Ruhe und Entspannung wurden als gemeinsame Alleinstellungsmerkmale des Waldviertels identifiziert.
Auch die Landesausstellung 2028 in Gmünd und der Region an der Waldviertelbahn zum Thema „Wasserwelt Waldviertel“ war Gesprächsthema. Der Bärentrail führt durch Groß Gerungs, einen der Austragungsorte der Ausstellung. Bereits jetzt erschließt der Trail als „Wasser-Wanderweg“ Moore, Flüsse wie den Großen und Kleinen Kamp sowie die Zwettl und einige der schönsten Wasserfälle des Waldviertels. Mehrere Teilnehmer äußerten den Wunsch, das Thema Wasser anlässlich der Landesausstellung im gesamten Waldviertel touristisch zu nutzen.
Der Bärentrail wurde im Juni 2016 ins Leben gerufen. Der Weitwanderweg mit dem Bärentatzen-Logo entstand aus einer regionalen Kooperation zwischen dem Bärenwald Arbesbach und den Gemeinden Arbesbach, Altmelon, Groß Gerungs und Rappottenstein – anfangs auch Liebenau in Oberösterreich. Der Große und der Kleine Bärentrail ermöglichen einen sechs- beziehungsweise zweitägigen Wanderurlaub zu den schönsten Winkeln des Waldviertler Hochlandes.
Weitere Informationen gibt es unter www.baerentrail.at. Eine neue Slideshow zum Bärentrail ist unter https://youtu.be/9V1TKvRwvgY verfügbar.
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