Bärin „Brumca“ im Bärenwald Arbesbach eingeschläfert

Mathias FischerMathias Fischer
© Osviel Rodriguez Valdés / Pexels (Symbolbild)

Eine langjährige Bewohnerin des Bärenwalds Arbesbach ist tot. Die 34-jährige Bärin „Brumca“ wurde am Mittwochnachmittag eingeschläfert, nachdem sie Futter und Medikamente verweigert hatte.

Vier Pfoten gab am Donnerstag den Tod von „Brumca“ bekannt. Die Bärin hatte zuletzt keine Nahrung mehr zu sich genommen und damit auch die Arzneimittel gegen ihre Leiden abgelehnt. Mit 28 Jahren Aufenthalt war sie jene Bewohnerin, die am längsten in dem Schutzzentrum im Bezirk Zwettl lebte. Bereits kurz nach der Eröffnung im September 1998 war das Tier ins Waldviertel gekommen.

Sigrid Zederbauer, Leiterin des Bärenwalds Arbesbach, berichtete von den gesundheitlichen Problemen des Tieres. „Brumca“ habe bereits seit längerem unter Arthrosen und Verkalkungen in den Gelenken der linken Gliedmaßen gelitten. Bis vor kurzem habe sie ihre Schmerzmittel noch eingenommen und ihr Leben genießen können. Eine kürzlich festgestellte Nierenerkrankung habe noch gut therapiert werden können.

In den letzten Tagen habe die Bärin jedoch merklich an Kraft verloren und ihr Futter sowie die Medikamente verweigert, so Zederbauer. „Es wurde klar, dass wir sie gehen lassen müssen. Wenngleich wir uns schon länger auf ihren Abschied vorbereiten konnten, sind wir untröstlich. Sie hinterlässt eine riesige Lücke“, sagte die Leiterin.

Schwere Vergangenheit in Gefangenschaft

Das Leben von „Brumca“ begann 1992 in einem slowakischen Tierpark. Bereits im Alter von wenigen Wochen wurde sie an Unternehmer verkauft, die sie einem österreichischen Geschäftsmann schenkten. Dieser hielt die Bärin in einem 35 Quadratmeter großen Verschlag, in dem sie dahinvegetierte. Nach einem Konkursverfahren wurde sie Vier Pfoten zugesprochen und am 9. September 1998 nach Arbesbach gebracht.

Die Folgen dieser traumatischen Erfahrung zeigten sich noch Jahre nach der Rettung. So sei „Brumca“ etwa lange Zeit nervös auf einer Fläche auf und ab gegangen, die exakt der Breite ihres früheren Käfigs entsprach. Mit der Zeit sei sie „zu einer echten Diva, die das Team immer auf Trab hielt“, geworden, so Zederbauer.

Auf keinen Fall habe man ihr etwa Obst und Gemüse zerschneiden dürfen. Nach einem Bad im Teich habe sich „Brumca“ öfters in Sägespänen, bestimmten Duftstoffen, Gewürzen oder zuletzt in getrocknetem Kaffeesud gewälzt.

Letzte Tage mit Leckereien

Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger gestalteten den Abschied so schön wie möglich. „Sie hat die letzten Tage alle Leckereien bekommen, die sie geliebt hat: süße Melonen, Trauben, Walnüsse, Äpfel, Tomaten und vieles mehr“, berichtete Zederbauer. Nach dem Tod von „Brumca“ leben in dem Schutzzentrum nun noch vier Braunbären auf insgesamt 24.000 Quadratmetern: „Erich“, „Felix“, „Dunbar“ und „Mici“.

Quelle: APA

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