Balkonkraftwerke: Sonnenstrom ohne Dachfläche erzeugen

Eigener Solarstrom ist auch ohne große Dachfläche möglich. Mini-Photovoltaikanlagen für Balkon, Terrasse oder Garten lassen sich einfach an die Steckdose anschließen und produzieren sofort Energie für den Haushalt.
Wer umweltfreundlichen Strom selbst herstellen möchte, braucht dafür keine ausgedehnte Dachfläche mehr. Kleine Photovoltaikmodule zum Anstecken finden auf Balkonen, Terrassen und in kleinen Gärten Platz und liefern Energie direkt ins Haushaltsnetz.
Der größte Vorteil dieser Systeme liegt im geringen Platzbedarf. Die kompakten Module werden direkt an eine Steckdose angeschlossen und speisen den erzeugten Strom sofort ein. Bauliche Veränderungen am Gebäude sind nicht erforderlich.
Auch Mieter können sich eine solche Anlage anschaffen. Bei einem Umzug lässt sich das System problemlos ins neue Zuhause mitnehmen. Allerdings sollte vorab die Zustimmung des Vermieters eingeholt werden, da dieser für die Sicherheit elektrischer Anlagen im Mietobjekt verantwortlich ist.
Funktionsweise und Leistung
Trotz der Bezeichnung „Mini-Anlage“ handelt es sich um handelsübliche PV-Module, die nach demselben Prinzip wie große Dachanlagen arbeiten. Der wesentliche Unterschied: Es wird keine eigene Zählpunktnummer vergeben, überschüssige Energie kann daher nicht vergütet werden.
Das Sonnenkraftwerk der Kelag etwa verfügt über eine Leistung von 470 Wp (Watt Peak) und einen Wechselrichter mit 400 Watt. Der jährliche Ertrag liegt bei bis zu 400 kWh pro Modul. Damit lässt sich beispielsweise ein Kühlschrank mit Gefrierfach (100 bis 200 Liter) mit Energieeffizienzklasse A betreiben, der etwa 110 bis 150 kWh jährlich verbraucht.
Die Installation erfolgt ohne Verkabelungs- oder Verschaltungsaufwand. Die „Plug & Play“-Lösung verfügt über einen integrierten Wechselrichter und einen Schuko-Stecker. Das Modul wird einfach an die Steckdose angeschlossen und erzeugt sofort Strom. Fachkenntnisse sind nicht nötig.
Geeignete Standorte und Montage
Die Module lassen sich an verschiedenen Standorten installieren: auf Balkon oder Terrasse (Wand und Boden), im Garten, an der Hauswand, an Gartenhütten sowie auf Ziegel- oder Eternitdächern.
Wichtig: Das Sonnenkraftwerk ist keine inselfähige Anlage und funktioniert nur mit vorhandenem Strom-Netzanschluss im Haushalt oder Schrebergarten.
Wirtschaftlichkeit und Lebensdauer
Der Hersteller Sonnenkraft GmbH rechnet vor, dass sich bei Verwendung zweier Module und einem Eigenverbrauch von 70 Prozent der durchschnittliche Jahres-Stromverbrauch eines Kühlschranks und einer Waschmaschine erzeugen lässt. Die Investition amortisiert sich demnach in etwa drei bis fünf Jahren.
Die Lebensdauer von Photovoltaikanlagen liegt üblicherweise bei mindestens 25 Jahren. Die Leistung nimmt zwar ab, allerdings nur minimal – im Durchschnitt um 0,5 Prozent des Wirkungsgrades pro Jahr. Nach zehn Jahren verfügen die Module daher noch immer über einen Wirkungsgrad von mindestens 95 Prozent. Die meisten Hersteller geben eine Leistungsgarantie von über 80 Prozent nach 25 Jahren.
Produktion in Österreich
Die Kelag bezieht das Sonnenkraftwerk von der Sonnenkraft GmbH, einem österreichischen Hersteller im Bereich Photovoltaik-Technologie. Produziert wird in Kärnten. Peter Prasser, Geschäftsführer der Sonnenkraft GmbH, betont, dass nicht nur die Module in Kärnten hergestellt werden, sondern auch die einzelnen Komponenten – soweit möglich – in Österreich beziehungsweise in Europa gekauft werden.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Das Sonnenkraftwerk fällt unter die Regelung einer PV-Kleinsterzeugungsanlage. Für diese Anlagen sind vom Gesetzgeber Erleichterungen vorgesehen. Trotzdem ist das System anzeigepflichtig und muss beim lokalen Netzbetreiber gemeldet werden. Ein Einspeisevertrag oder eigener Zähler ist nicht notwendig.
Um als Kleinsterzeugungsanlage zu gelten, darf die Nennleistung des Mikrowechselrichters 800 Watt nicht überschreiten. Das Sonnenkraftwerk der Kelag erfüllt mit einer Leistung von 470 Wp diese Bedingungen zum erleichterten Netzzutritt. Geht die Leistung darüber hinaus, muss eine standardmäßige Abwicklung wie bei großen Photovoltaikanlagen erfolgen.
Kunden im Netzgebiet der KNG-Kärnten Netz GmbH können ihre Mini-PV-Anlage online melden. Wer sich in einem anderen Netzgebiet befindet, sollte beim jeweiligen Netzbetreiber anfragen.
Umweltbeitrag durch Solarenergie
Bei der Stromerzeugung mittels PV-Modulen entsteht kein CO2-Ausstoß. Laut PV Austria könnte man den Energiebedarf Österreichs zu 100 Prozent decken, würde man auf drei Prozent der Fläche Österreichs Photovoltaik-Module installieren.
Quelle: https://www.kelag.at/blog/artikel/photovoltaik/67/photovoltaik-fuer-den-balkon-kaufen-lohnt-es-sich
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