Bauern unter Druck: Preise fallen, Kosten steigen

Pia Prodinger

Die Landwirtschaft in Kärnten und ganz Österreich kämpft mit sinkenden Preisen für Rindfleisch, Milch und Schweinefleisch bei gleichzeitig steigenden Energie- und Düngerkosten. Die weltpolitische Lage verschärft die Situation zusätzlich, so der ORF.

Die Landwirtschaftskammer schlägt Alarm: Jeder Betrieb in Kärnten und Österreich bekommt die Auswirkungen der weltpolitischen Krise zu spüren. Ein Beispiel dafür ist der Rindfleischmarkt: Weil Polen weniger Fleisch in den Iran exportiert, bleibt mehr davon in der EU – das führt zu sinkenden Preisen.

Auch bei Milch und Schweinefleisch erhalten die Landwirte derzeit weniger als erhofft. Gleichzeitig verteuern sich Energie und Dünger. Zwar sind die bäuerlichen Einkommen laut Statistik Austria im Vorjahr noch gestiegen, doch die aktuelle Lage sei „angespannt“, erklärt Siegfried Huber, Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten. Eine solche Situation habe es noch nie gegeben, weil plötzlich in allen Bereichen ein enormer Druck herrsche.

Kritik an EU-Agrarpolitik

Josef Moosbrugger, Österreichs oberster Bauernvertreter, übt scharfe Kritik an der EU-Agrarpolitik. Er befürchtet, dass die Landwirte künftig bis zu zwanzig Prozent weniger Förderungen aus Brüssel erhalten könnten. Zudem warnt er davor, dass Europa seine Lebensmittel-Versorgungssicherheit nicht zugunsten militärischer Aufrüstung aufgeben dürfe.

„Es darf uns bei den Lebensmitteln nicht das gleiche passieren wie bei der Energie. Wo wir nervös werden, wenn Russland am Gashahn dreht. Wir brauchen die Unabhängigkeit bei Lebensmitteln, damit wir in herausfordernden Situationen nicht auf andere angewiesen sind“, betont Moosbrugger. Die Unabhängigkeit bei der Nahrungsmittelproduktion sei entscheidend.

Kammerwahl im Oktober

Diese Themen dürften auch den bevorstehenden Wahlkampf zur Kammerwahl prägen. Am 25. Oktober sind die Kärntner Bauern aufgerufen, ihre Interessensvertreter neu zu wählen.

Intern sehen die Präsidenten derzeit keinen Bedarf für ein umfassendes Sparpaket, wie es etwa in der Wirtschaftskammer umgesetzt wurde. In Kärnten seien bereits 25 Stellen in der Bauernkammer abgebaut worden, so Präsident Huber. Strukturelle Anpassungen könnten jedoch laufend erfolgen.

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3362881/

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